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Rank- und Kletterhilfen für Clematis

Um Clematis optimal in Szene zu setzen sind hier einige Tipps aufgeführt, die ich meinen Kunden und Besuchern meiner Webseite, vorstellen möchte.

Die meisten Clematis sind Kletterpflanzen, das ist bekannt. Sie benötigen also eine Rankhilfe. Wie kann ich selbst zur Optimierung beitragen und Fehler bei der Gestaltung von vornherein vermeiden.

Clematis halten sich an allem fest, was mit ihren Blattstielranken erreichbar ist und somit als Rankhilfe dient. Diese Blattstielranken benötigen nur einige Stunden von der Berührung bis zur Umklammerung. Das Material der Rankhilfe sollte möglichst dünn sein. Ideal ist eine Stärke von 2 – 15 mm, sodass 1 – 2 Umwindungen möglich sind. Clematis sind auch in der Lage sich an stärkerem Material festzuhalten. Es besteht dann die Gefahr, dass sie regelrecht „abrutschen“ können. Natürliche Materialien aus Holz sind am besten geeignet, weil ein starkes Aufheizen bei direkter Sonneneinstrahlung vermieden wird. Metallische Gegenstände können in Südlagen leichte Verbrennungen an den Blattstielranken nach sich ziehen. Das fortschreitende Wachstum wird dennoch nicht beeinträchtigt.

Glatte Rankhilfen müssen den Clematis immer Querhölzer oder Querdrähte bieten, damit sie nicht herunterrutschen können. Maschendrahtzäune oder Doppelstabmatten-Zäune sind perfekte Kletterhilfen besonders dann, wenn sie beschichtet sind. Ideal ist z.B. auch eine Glieder- oder Ösen Kette. Die ist als Meterware für wenig Geld zu bekommen. Oben und unten befestigt und gespannt, fertig ist die Rankhilfe. Es gibt unzählige vorgefertigte Kletterhilfen in Gartencentern, da ist für jeden Geschmack sicher etwas dabei. Der Abstand zur Wand muss großzügig gewählt werden, mindestens 7 cm.

Aus eigener Produktion fertigen wir Obelisken und Staudenhalter für Clematis an! Diese sind fest verschweißt aus 6 oder 8 mm Rundstahl. Unsere Obelisken sind modulare „Alleskönner“, wenn sie zu Arkaden, Laubengängen oder Portalen zusammengefügt werden. Verschiedene Höhen und Breiten sind möglich. Auch individuelle Maße sind möglich, ohne Aufpreis! Die Obelisken erhalten Sie vor Ort in unserer Gärtnerei. Wir können Ihnen auf Wunsch auch Obelisken zu unseren Gartenfestivals mitbringen. Sie können diese bei uns vorbestellen.

Hier einige Beispiele von unterschiedlichen Kletterhilfen.

Stützen für Staudenclematis

Staudenclematis verfügen nicht über Blattstielranken und können sich nicht von selbst festhalten! Sie benötigen am besten eine ringförmige Stütze, die der genetischen Wuchshöhe der Sorte entspricht. Das ist bei unseren Staudenclematis sehr unterschiedlich. Die niedrigen Sorten erreichen z.B. nur 30-40 cm Höhe. Die hohen Staudenclematis können sogar die 2 Meter Höhe überschreiten. Vergewissern Sie sich vorher, wie hoch die neue Staudenclematis wird, damit die „Stütze“ nicht zu niedrig gewählt wird. Ringförmige Stützen leisten sehr gut Dienste. Die Maschen dürfen nicht zu eng sein, schließlich darf die Staudenclematis nicht völlig eingesperrt werden! Sind Zierelemente oder Zierspitzen an Obelisken vorhanden, dann dürfen diese gerne etwas höher sein als die Endhöhe der Clematis. Das Zierelement wird später so nicht verdeckt. Andere Pflanzen können gute Dienste zum Halten und Stützen leisten. Ein Geäst von Gehölzen oder Rosen, bietet genügend Halt für Staudenclematis.

Wuchsrichtung
Wuchs in Windrichtung
Wuchsrichtung
Wuchs folgt Windrichtung

Wichtiger Hinweis in diesem Zusammenhang: Man muss immer die örtliche Haupt-Windrichtung beachten (siehe auch Pflanzung unter Bäume)

Alle Clematis wachsen grundsätzlich in Windrichtung, dass ist unbedingt bei einer Neuanpflanzung zu beachten und spart später viel Arbeit beim Aufbinden, entzerren oder Wuchsrichtung korrigieren! Dieses gilt für Staudenclematis und alle kletternden Clematis gleichermaßen! Pflanzt man auf die Luvseite (dem Wind zugekehrte Seite), dann erleichtert das künftig Einiges. Zudem erschwert ein luftiger Standort Pilzkrankheiten sich zu etablieren.

Clematis int. ‚Arabella‘

Steht weder eine Kletterhilfe noch ein geeignetes Gehölz zur Verfügung, bleibt nur bodendeckend zu wachsen. Das kann mit vielen Staudenclematis sehr reizvoll sein, wie hier am Beispiel mit Clematis integrifolia Arabella zu sehen ist. Geht man noch einen Schritt weiter, dann können Clematis auch flächendeckend genutzt werden. Starkwachsende Sorten wie C. jouiniana praecox oder C. jouiniana Sander können einige Quadratmeter bedecken. Das geht so weit, dass Wildkräuter kaum eine Chance haben. Böschungen oder Erdwälle können sogar befestigt werden, denn dort wo die Triebe auf dem Erdboden aufliegen, werden Wurzeln gebildet. (siehe auch Vermehrung Bodenabsenker)

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Über Clematis

Fragen zur Pflege, Standort, Praxis, Botanik, Herkunft und viele weitere Tipps

Auf den folgenden Seiten gehen wir auf die unterschiedlichsten Fragen unserer Kunden ein. Fragen über Clematis zur Praxis und zur Botanik.

Grundsätzliche Fragen zu Pflanzung und Rückschnitt von Clematis finden Sie im Ratgeber.

Clematis sind Hahnenfuß-Gewächse, (Ranunculaceae) Dazu gehören u.a. auch Anemonen, Rittersporn, Christrosen, Leberblümchen oder Akelei. Die meisten, weltweit verbreiteten Clematis, sind verholzende mehrjährige Kletterpflanzen. Ausnahmen bilden die Staudenclematis und jene Clematis, die als Halbsträucher eingeordnet werden müssen.

Nicht nur die Blüten der Clematis sind sehr schön und vielfältig, das trifft auch für die Früchte zu. Sie haben einen besonderen Reiz. Es gibt bizarre, glänzende oder kugelrunde Formen darunter. Sie scheinen aus einer anderen Welt zu stammen. Genau hinschauen lohnt sich. Beeindruckende Bildmotive erschließen sich dem Hobbyfotografen!

Schon während, oder gleich nach der Blütezeit erscheinen die Früchte, die man als Schnittblumen in kleinen Sträußen nutzen kann. Auch in der Trockenbinderei, zu Advent, können die Früchte gut verwendet werden.

Botanisch gesehen sind die Clematis-Früchte eine bedecktsamige Nuss (Nüsschen). Es wird eine wollige Kugelform gebildet, an denen die Samen außen angeordnet sind. Auch der Naturschutz kommt nicht zu kurz. Unsere heimischen Singvögel nutzen die wolligen Flughärchen an den Samen, als Polstermaterial zur Brutaufzucht, in ihren Nestern.

Unsere heimischen Clematis sind: Clematis alpina, Clematis recta, Clematis vitalba und Clematis viticella (eingebürgert). Clematis kommen im gemäßigten Klima auf der nördlichen Erdhalbkugel vor und sind vorwiegend in Gebirgsregionen Asiens verbreitet. Die meisten Clematis sind winterhart! (Ausnahmen finden sich in der Sondergruppe.)

Ja, es gibt viele duftende Clematis, aber nur bei wenigen Arten ist der Duft sehr ausgeprägt oder intensiv. (z.B. Clematis flammula oder Clematis montana). Meist ist der Duft nur schwach ausgeprägt, süßlich, fruchtig oder vanilleartig. Einige Clematis montana duften intensiv nach Vanille oder Schokolade.   

Viele Clematis sind insekten- und bienenfreundlich. Besonders die kleinblumigen Arten werden gut von ihnen besucht. Unterschiede bestehen darin, dass einige Clematis sowohl Pollen und Nektar liefern, andere hingegen nur Pollen. Bienen, Hummeln und andere Insekten benötigen für ihre Ernährung Nektar = Kohlenhydrate. Pollen = Eiweiß wird vorwiegend für die Aufzucht der Larven benötigt. Alle Clematis, die Samenstände ausgebildet haben, wurden auch vorher von Insekten bestäubt, logisch!

Genetisch sind Clematis in der Lage auch gefüllte Blüten hervorzubringen. Das trifft besonders auf die großblumigen Clematis Hybriden zu, deren Ursprung sich in Ostasien befindet. Züchtungen aus drei Clematis Arten sind hier besonders beteiligt. Clematis florida, Clematis patens und Clematis lanuginósa. Clematis florida blühen u.a. auch an jungen Trieben gefüllt, vornehmlich im Sommer bis zum Herbst. Clematis patens und lanuginósa, sowie Kreuzungen untereinander, blühen bereits im Frühjahr oder Frühsommer gefüllt und erneut im Spätsommer, meist ungefüllt oder halbgefüllt. Ausnahmen gibt es auch, die in beiden Perioden gefüllt blühen. Die zum Teil dicht gefüllten Frühjahrsblüten erscheinen an Kurztrieben aus dem vorjährigen Holz. Im Herbst und der anschließenden Winterruhe werden die gefüllten Blütenknospen angelegt. Je günstiger und länger die Winterruhe ist, umso dichter fällt die gefüllte Blüte im Frühjahr aus! Die zweimal blühenden Sorten gehören alle zur Rückschnittgruppe 2

Einige Clematis Sorten luxurieren mehr oder weniger stark. Das wird oft als krank oder unnatürlich fehlgedeutet. Es ist eine natürliche Erscheinung, die von der Sorte und der Temperatur abhängig ist. Gefüllt blühende Clematis neigen stärker als einfach blühende Sorten zum Luxurieren. Besonders bei vielen Clematis viticella ist das sehr ausgeprägt. Bei Clematis viticella `Alba Luxurians´ ist das „Luxurieren“ schon Bestandteil des Namens. Es ist bei hellen Sorten und kühlen Temperaturen deutlicher sichtbarer als bei dunkleren Sorten.  Gelegentlich erscheinen auch nur sehr wenige grüne „Sprenkel“, wie bei C. Andromeda zu sehen ist.

Eine völlige Farbveränderung ist ausgeschlossen. Die Farbe lässt etwas nach, wenn: Extrem hohe Temperaturen herrschen oder wenn die Ernährung vernachlässigt wurde. Bei Lichtmangel kann ebenfalls die Farbe beeinträchtigt werden.

Es kommen immer wieder Fragen auf, ob meine Clematis wohl krank sei? Da werden die Blätter entlang der Hauptadern weißlich, andere Blätter sind panaschiert oder einige Blütenblätter weisen eine andere Farbe auf. Ein Großteil dieser Erscheinungen sind Mutationen, was auf eine Veränderung im Erbgut zurückzuführen ist. Ich habe in meiner langjährigen Praxis mit Clematis, unter anderem diese beiden Farbmutationen entdeckt. Abb. 3 zeigt C. Königskind Blau mit einem kleinen Anteil Rosa. So ist hier eine neue Sorte entstanden. (Rosa Königskind) Sie hat die gleichen Eigenschaften wie ihre blaue Vorgängerin. Die Abb. 4 zeigt C. Remembrance mit Blütenblättern von C. Comtesse de Bouchaud. Diese Mutation ist in Großbritannien entstanden. Beide Sorten haben identische Eigenschaften, in diesen beiden Fällen weicht nur die Farbe deutlich ab.

Mutationen können auch bei Clematis-Blattformen auftreten, das bleibt oft unbemerkt. Nicht zu verwechseln mit unterschiedlichen Blattformen an ein und derselben Pflanze. Das kommt bei vielen Clematis ständig vor.

Blattveränderungen bei Clematis

Unsere heimische Clematis vitalba hat zwei verschiedene Blattformen. Hier gibt es eine Jugend- und eine Altersform. Junge Pflanzen haben stark „gesägte“ Blätter, während ältere Pflanzen „ganzrandige“ Blätter aufweisen. Die Altersform setzt mit Erreichen der Blühfähigkeit im dritten Jahr ein, wenn die Vermehrung durch Aussaat vorgenommen wurde!

Liegt eine vegetative Vermehrung vor, (z.B. durch Stecklinge) bei den meisten Clematis ist das der Fall, dann ist nur noch die Altersform sichtbar. Die Jugendform liegt schon lange zurück und nur der Züchter hat jemals die Jugendform gesehen.

Es gibt nicht den perfekten Standort für alle Clematis gleichermaßen! Hier muss generell unterschieden werden welche Bedürfnisse die Heimatstandorte der einzelnen Clematis Arten vorgeben. Deshalb sollten Sie den Standort bei der Pflanzung gut auswählen.

Wie schon erwähnt, sind Clematis fast weltweit beheimatet und je nach Ursprungsgebiet sollten sie hier in unseren Gärten auch behandelt werden. Die meisten Clematis lieben einen kühlen und luftigen Standort im Halbschatten.

Das alte Klischee „Fuß im Schatten, Kopf in der Sonne“ ist nur bedingt gültig. Die Clematis viticella, orientalis und texensis lieben einen sonnigen Platz. Clematis alpina, koreana und alle atragenen Clematis gedeihen sehr gut im Schatten.

Die meisten großblumigen Clematis Hybriden können gut an einem halbschattigen oder schattigen Standort platziert werden. Zum Standort selbst gehört auch ein humusreicher, durchlässiger Erdboden, der muss ggf. entsprechend angepasst oder verbessert werden. Hinweis: Helle oder weiße Clematis sind im Schatten sichtbarer als dunklere!

Die meisten Clematis sind robust und pflegeleicht. Die Ausnahme stellen die großblumigen Clematis dar. Sie gelten allgemein als empfindlich, wenn es um die gefürchtete Clematis Welke geht! Das hat verschiedene Gründe. Clematis kommen auf vielen Kontinenten vor und haben je nach Herkunft sehr unterschiedliche Standortansprüche. Wer das schon im Vorfeld beherzigt, kennt keine empfindlichen Clematis. Grundsätzlich: Je kühler desto besser!

Die Antwort ist ja, es gibt einige immergrüne Clematis. Sie stammen vornehmlich aus mediterranen Klimazonen (auch aus Neuseeland) und benötigen hier bei uns etwas Winterschutz. Als Ausnahme sind Clematis armandii anzusehen, sie vertragen am meisten Frost (bis minus 15°).

Winterschutz ist nur bei einigen Clematis notwendig.

Clematis können zwischen 70 und 140 Jahre alt werden. Die neuseeländischen immergrünen Clematis leben deutlich kürzer und kommen nur auf 20-25 Jahre. Ein vergleichbares Alter erreicht auch nur unsere südeuropäische Clematis flammula. Sie bleibt in unseren Gärten dennoch über Jahrzehnte präsent, weil durch den reichen Samenansatz, neue Sämlinge sich an Ort und Stelle unbemerkt etabliert haben!

Es gibt Gründe dafür, dass Clematis nicht oder nicht mehr blühen und was kann dagegen getan werden. Falscher Zeitpunkt beim Rückschnitt ist eine Ursache und bezieht sich ausschließlich auf die Clematis montana, alpina mit ihren Verwandten und alle immergrünen Clematis. (siehe Ratgeber Rückschnitt)

Eine weitere sehr verbreitete Ursache ist ein Missverhältnis zwischen Wurzelmenge und Anzahl der Triebe. Hier sind besonders großblumige Clematis zu nennen, bei denen sich nach dem 2. oder 3. Standjahr übermäßig viele Triebe ausbilden, diese werden sehr dünn und dadurch können keine Knospen und Blüten entwickelt werden. Diese Triebe beschatten sich gegenseitig und werden schließlich im unteren Bereich gelb und dann braun. Abhilfe kann durch Entfernen von zwei Drittel aller Triebe erfolgen, die Bodennah abgeschnitten werden müssen. Die verbliebenen Triebe werden deutlich stärker und werden wieder blühfähig. C. Miss Bateman ist ein typisches Beispiel für diese Erscheinung.

Sind Clematis von anderen Pflanzen in der direkten Nachbarschaft sehr bedrängt, kann das auch zu negativen Folgen auf das Blühverhalten führen. Spätfröste im April oder Mai können Knospenansätze von der Gruppe montana derart schädigen, dass keine Knospen oder Blüten mehr sichtbar werden können.

Akuter Wassermangel kann bei sommerblühenden Clematis dazu führen, dass sie nicht oder nur spärlich zur Blüte kommen. Ähnliche Erscheinungen gibt es auch bei Nährstoffmangel.

Schädlinge können die Knospen abfressen oder schädigen. Hierfür sind Schnecken, Ohrwürmer oder auch Mäuse verantwortlich.

Nicht zwingend, man kann Clematis auch “wild wachsen“ lassen. Sie werden dann Zusehens im unteren Bereich unansehnlicher und verkahlen mehr und mehr. An einigen Stellen im Garten stört das sicher nicht. Auf das Blühverhalten hat ein fehlender Rückschnitt wenig Einfluss. Ohne Rückschnitt werden leider auch „die Vorjahreskrankheiten und Schädlinge“ mit übertragen.
Fazit: Richtiger Rückschnitt hält eine Clematis gesünder, wüchsiger und vitaler.

Vertragen sich Clematis mit anderen Pflanzen? Clematis vertragen sich mit den meisten anderen Pflanzen und können sogar sehr gut kombiniert werden. Es gibt unzählige Möglichkeiten, wenn man folgendes beachtet. Die Wuchshöhe und die Blütezeit müssen bei einer Kombination aufeinander abgestimmt werden. Unterschiedliche oder ähnliche Farben sollten miteinander harmonieren und die Lichtansprüche beider Partner sollten aufeinander zugeschnitten sein. Um Wurzeldruck zu vermeiden kann man Flach- oder Tiefwurzler gezielt einsetzen. Bei Kombinationen mit blühenden Pflanzen stellt sich die Frage: Blütezeit zusammen oder getrennt voneinander? Kontrast oder Ton in Ton? Es ist wichtig daran zu denken, dass der Hintergrund eine entscheidende Rolle bei der Farbzusammenstellung spielt. Helle Blüten haben eine bessere Fernwirkung als dunkle Blüten.

Hier sind nur einige wenige Clematis geeignet. Der Bereich unter einem Baum ist naturgemäß schattig und trocken. Am besten sind Clematis der Gruppen alpina, montana und vitalba (Paul Farges)geeignet. Sind Bäume lichtdurchlässig kann die Auswahl deutlich erweitert werden. Erfolgversprechend ist eine Rhizomsperre mit einzuarbeiten, um die Wasser- und Nährstoffversorgung zu erleichtern. Praxistipp vom Experten: Wenn möglich, pflanzt man am besten auf die Seite des Baumes, die dem Wind zugewandt ist (Luvseite). Das erspart viel Befestigungsarbeit. Obgleich alle Clematis zum Licht wachsen, hält jeder Wind/Sturm dagegen. Die Windrichtung zu beachten ist wichtig bei einer Pflanzung. Gilt nicht nur an Bäumen, sondern auch an Zäunen, Torbögen oder Obelisken usw.

Teilung einer älteren Staudenclematis
Wurzelballen einer Altclematis

Die Antwort auf diese Frage lautet: Ja das ist möglich und folgendes ist zu beachten. Der beste Zeitpunkt hierfür ist die Winterruhe von November bis Februar. Die umzupflanzende Clematis muss hierfür sehr stark zurückgeschnitten werden. Es ist besonders darauf zu achten, dass so viele Wurzeln wie möglich erhalten bleiben. Wenn das nicht möglich sein sollte, übersteht die Clematis diese Prozedur trotzdem! Je nach Alter und Größe wird auf 20-80 cm zurückgeschnitten und zügig an die neue Stelle gesetzt. In dem anschließenden Jahr bleibt das Wachstum deutlich zurück und stellt sich erst in einem Jahr später wieder ein. Das verlorengegangene Wurzelwerk muss sich erst wieder entwickeln. Ältere Staudenclematis können jetzt gut geteilt werden.

Clematiswelke bei botanischen Arten
Welke bei großblumigen Hybriden

Grundsätzlich ist das möglich! Eine Bodenmüdigkeit, wie man es z.B. von Rosengewächsen kennt, gibt es bei Clematis nicht. Eine erneute Pflanzung an derselben Stelle sollte unterbleiben, wenn vorher eine Clematis an Welke erkrankt war und daran zu Grunde gegangen ist. Das betrifft ausschließlich großblumige Clematis Hybriden. Eine erneute Infektion ist dann sehr wahrscheinlich. Viele kleinblumige Clematis können an dieser Stelle erneut gepflanzt werden. Bodenaustausch ist hilfreich, wird aber meist überbewertet. Die meisten kleinblumigen Clematis sind resistent gegen Clematis Welke, viele sind sogar immun gegen diese gefürchtete Krankheit. Bei einigen botanischen Arten beschränkt sich die Infektion auf punktförmige, unregelmäßige Blattflecke, die latent auftreten können. Diese Clematis sterben nicht daran. Mehr erfahren über Krankheiten und Schädlinge in unserem Ratgeber!

Clematis können sehr schnell wachsen. Es sind bei einigen Sorten bis 20 cm Längenwachstum an einem Tag zu erreichen. Clematis montana und Clematis vitalba wachsen am schnellsten. Niedrige Clematis wachsen deutlich weniger und kommen auf 2-5 cm pro Tag. Das hier zitierte Wachstum stellt sich nach ca. 3 Jahren ein, wenn die Clematis gut eingewachsen ist und sich ein ausgedehntes Wurzelwerk gebildet hat. Jüngere oder neu gepflanzte Clematis können das noch nicht erreichen. An dieser Stelle weise ich besonders auf den Rückschnitt Nr. 3 hin.

Dazu folgendes Beispiel: Eine Clematis viticella, mit einer jährlichen Wuchshöhe von ca. 2,50 – 3,00 Metern, wurde tief zurückgeschnitten und wächst erneut 2,50 – 3,00 Meter. Der Zuwachs in den Frühjahrs- und Sommermonaten liegt hier bei ca. 8 – 12 cm pro Tag. Schon nach 3-4 Wochen hat sie Ihre Vorjahreslänge wieder erreicht!

Clematis unterscheiden sich in Tief- und Flachwurzler. Die Tiefwurzler können bis 1,50m ins Erdreich dringen. Sie haben dickfleischige, goldgelbe Wurzeln, die gleichzeitig als Speicherorgane dienen. Das sind Clematis Hybriden, Clematis viticella und Clematis texensis. Flachwurzler hingegen bringen es auf eine Tiefe von 20-30cm. In erster Linie sind das Clematis alpina, Clematis macropetala, Clematis koreana und Clematis orientalis. Sie haben sehr feinfaserige Wurzeln und vertragen keine Nässe!

Die Abbildungen 3 und 4. zeigen unsere Ammenveredelung von Clematis. Hier sind eindeutig zwei Wurzelsysteme an einer Pflanze zu sehen. Es gibt bemerkenswerte Vorteile bei dieser Vermehrungsart. 
Nur wenige Clematis Spezialisten beherrschen weltweit diese Vermehrungsart. Unsere Kunden profitieren deutlich von unserer Vermehrungsart, ohne es wirklich zu wissen. Warum? Durch die zwei unterschiedlichen Wurzelsysteme sind unsere Clematis in der Lage, sich selbst an unterschiedliche Bodenverhältnisse anzupassen. Weitere Vorteile sind: Wüchsigere Pflanzen durch den Einfluss von der gesunden Clematis vitalba als Veredelungsunterlage. Blühfähige Pflanzen in kürzerer Zeit. Widerstandsfähiger gegen Krankheiten. Eisenmangel Erscheinungen werden weitgehend ausgeschlossen.   

Wortschöpfungen wie: Clematen, Clematisse oder Clematiden sind falsch und eigentlich unerträglich! 

Die Frage nach der richtigen Düngung von Clematis wird oft gestellt. Die heute gebräuchlichen Dünger sind so vielfältig wie nie zu vor! Welcher Dünger Verwendung findet, ist Ansichtssache. Was sind die wesentlichen Unterschiede zwischen Mineraldünger, Vorratsdünger, Langzeitdünger, Flüssigdünger, Nährsalze, Mischdünger organisch/mineralisch, organischer Dünger, vegane Dünger, Bio-Stimulanzen und Boden – Hilfsstoffe? Weiter lesen…

Ein wichtiges Thema, das uns täglich begleitet und immer wieder aufmerksam macht, im Großen wie im Kleinen.

Clematis kommen sehr gut mit den jetzigen Extremen zurecht. Bei anhaltenden Niederschlägen steht ein Garten wie oben im Bild zu sehen ist, schon einmal mehrere Tage unter Wasser, dass ist kein Problem für Clematis. Ausnahme hiervon sind: Alpine Clematis, montana und orientalis, die alle samt ein feines Wurzelwerk haben.

Wenn Trockenperioden im Hochsommer vorherrschen und man kaum die Möglichkeit hat, die Wasserversorgung sicher zu stellen, dann stellen sich die Clematis auf einen „Sparkurs“ ein. Das äußert sich unterschiedlich bei den verschiedenen Clematis Arten. Bei vielen Arten wird zuerst das Wachstum eingestellt. Als Nächstes bleibt die Knospen- und Blüten Entwicklung zurück. Die Blüten erscheinen deutlich kleiner als allgemein sortentypisch. Zum Schluss werden die unteren Blätter gelb danach braun und fallen schließlich vorzeitig ab. Das setzt sich von unten nach oben rasch fort. Durch Nährstoffmangel wird dieser Prozess noch beschleunigt. Häufig liegt eine Fehleinschätzung vor, die auf evtl. Krankheiten hindeuten.

Anstelle von langen Trockenperioden können auch kurzfristige Hitzeschäden auftreten. (Foto oben links) Das ist besonders dann der Fall, wenn nach mehreren Wochen, ohne direkte Sonneneinstrahlung, plötzlich wieder Hitzewellen eintreten, die mit direkter Sonneneinstrahlung einhergehen. Da können sogar Clematis texensis geschädigt werden, die für sonnige Standorte bestens geeignet sind. Braune Blütenränder oder Blattnekrosen deuten auf eine derartige Schädigung hin. Mit dem Klimawandel kommen leider auch neue Schädlinge hinzu. (Foto oben rechts)

Alle kletternden Clematis benötigen eine Kletterhilfe. Das können sehr unterschiedliche Materialien sein. Künstliche Kletterhilfen wie Spaliere, Zäune oder Obelisken kommen zum Einsatz. Andere Pflanzen, Bäume oder Sträucher werden als natürliche Kletterhilfen gerne von Clematis angenommen. Sie halten sich von selbst mit Hilfe von Blattstielranken fest. Staudenclematis können sich nicht von selbst festhalten und benötigen eine „Umarmung“.

Es gibt zahlreiche Clematis, die aus anderen Kontinenten eingeführt wurden und mit unserem Klima hier in Mitteleuropa gut zurechtkommen. Mir ist bisher keine Clematis-Art bekannt, die annährend als invasiv eingestuft werden kann. Unsere heimische Clematis vitalba könnte schon einmal lästig werden. Bei den orientalis, alpina, intergrifolia oder viticella können hier und da einzelne Sämlinge sichtbar werden. Von einer „Invasion“ kann hier aber keine Rede sein.

Schneiden dazu einen Trieb durch und sehen sich den Querschnitt einmal genau an. Ist der Querschnitt grün, dann lebt die Clematis. Eine weitere Methode ist, die Rinde mit einem scharfen Messer zu entfernen. Dann sollte sich darunter auch grün zeigen – d.h. lebendig! Ist in beiden Fällen braun zu sehen, dann ist der betreffende Trieb oder die ganze Pflanze nicht mehr lebendig. Erkennen lässt sich das Leben auch daran, ob ein Trieb beim Verbiegen brüchig oder elastisch ist. Elastisch heißt lebendig. Im Winter kann man zusätzlich an den Achselknospen (Nodien) ein Lebenszeichen erkennen, wenn diese gut sichtbar sind. Bei unseren Staudenclematis wird es schwieriger Leben zu erkennen. Alle oberirdischen Pflanzenteile sterben ab. Lebendige Triebknospen befinden sich 2-5 cm unter der Erdoberfläche bzw. unter dem Topfrand. Man könnte sie mit einem „Spargel“ in Miniaturform vergleichen.

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Pflanzung von Clematis

Clematis Pflanzung

Grundsätzliches zur Pflanzung von Clematis, damit Sie lange Freude daran haben. Clematis können ganzjährig gepflanzt werden, solange der Erdboden nicht völlig durchgefroren ist.

Die beste Pflanzzeit für Clematis im Garten ist August bis Oktober. Das hängt mit dem Jahresrhythmus, der Wurzelbildung und der Bodentemperatur unmittelbar zusammen.

Die Bodentemperatur spielt dabei eine entscheidende Rolle, ebenso wie eine entsprechende Bodenfeuchtigkeit, was sich von selbst versteht!

Nicht nur bei Clematis, auch bei vielen anderen Pflanzen gilt dieser Termin zur Pflanzung als optimal.

Im Gegensatz zu den Lufttemperaturen fallen die Bodentemperaturen im Herbst nur langsam ab. In tieferen Bodenschichten ist noch eine gewisse Wärmemenge aus den Sommermonaten „gespeichert“. Das nutzen wir für die Herbstpflanzung aus. In 20-30 cm Tiefe, (Spatenstich-Tiefe) haben die Bodentemperaturen noch über 10°. Bei solchen Bedingungen bilden die Pflanzen noch neue Wurzeln und Ihre Clematis wachsen in Kürze an.

Bei der Pflanzung sollte das Pflanzloch einen Spatenstich groß und tief sein. Das Angießen nach dem Pflanzen nicht vergessen! Nicht einschlämmen oder festtreten! Leicht andrücken genügt. Der Boden muss humusreich, locker und durchlässig sein! Gleichzeitig muss er Feuchtigkeit speichern können. Gibt Ihr Gartenboden das nicht her, sollte man Maßnahmen zur Bodenverbesserung ergreifen. Im Fachhandel gibt es zahlreiche Boden Verbesserer. Es stehen folgenden Produkte zur Verfügung: Verschiedene Gesteinsmehle, Kompost, Lavagesteine, Bims, Rindenprodukte, Holzfasern, Kokosfasern, Reisspelzen, Blähton und vieles mehr. Auch torffreie Substrate sind erhältlich und nehmen stark zu! In den zurückliegenden Jahren haben Pflanzerden und Substrate mit Mykorrhiza-Pilzen, Bacillus subtilis und Trichoderma harzianum ebenfalls stark zugenommen. Diese Substrate mit Microorganismen unterstützen die Wurzelbildung und verhindern eine Ausbreitung von Schadpilzen im Erdboden! Wir versorgen unsere Clematis schon seit einigen Jahren mit solchen Microorganismen.

Pflanztiefe

Clematis Hybriden, Clematis viticella, Clematis texensis und Clematis Staudenformen pflanzt man so tief, dass ein bis zwei Augenpaare mit in die Erde hineinkommen, was ungefähr ca. 5-7cm tiefer ist, als sie vorher im Topf kultiviert wurden. Clematis alpina, Clematis montana und Clematis orientalis werden etwas höher gepflanzt. Dies ist hilfreich, damit sie nicht stark unter Nässe leiden!

Der Pflanzabstand

Pflanzung an Wänden oder Zäunen. Der Abstand beträgt von Pflanze zu Pflanze ca. 1/3 der Wuchshöhe, das sind in vielen Fällen 0,80 – 1,20m. Der Abstand zur Wand spielt eine untergeordnete Rolle und kann ca.20-30cm betragen. Zu anderen Pflanzen, wie z.B. Kletterrosen, genügt ein Abstand von 30-40 cm. An Pergola Pfosten und Obelisken können Sie unmittelbar 2-3 Clematis zusammen pflanzen. Voraussetzung ist hier, Licht von allen Seiten.

Zuletzt wird die Pflanzstelle idealer Weise mit Rindenmulch abgedeckt. Wichtig ist, am besten steriles Mulch Material aus Pinien- oder Kiefernrinde verwenden, anstatt Mulch aus Laubholz oder Mischwald zu verwenden!!

Pinienrinde hält über viele Jahre und ist durch den Baumharz Anteil konserviert.

Pflanzung in Gefäße

Sie können Clematis auch ganzjährig in Kübel und Gefäße pflanzen. Die Pflanzerden und Substrate sollten ebenfalls den Kriterien entsprechen, wie sie auch bei der Freilandpflanzung verwendet werden soll. Eine grobe Struktur, sowie ein guter Wasserabzug sind wichtig. Die meisten Clematis können mehrere Jahre in einem und demselben Gefäß verbleiben. Je größer und tiefer das Gefäß ist, desto länger kann die Clematis darin bleiben. Als Minimum Volumen rechnet man 10 bis 12 Liter Erde pro Pflanze und Jahr. Am besten eignen sich die Zwergsorten mit möglichst langen Blütezeiten oder die Staudenclematis. Starkwachsende Sorten kommen weniger infrage. Das Gefäßvolumen sollte mindestens 20 Liter Erde umfassen. Je größer, desto besser. Je nach Sorteneigenschaft sollten Sie zudem eine Klettermöglichkeit für die Clematis verwenden.

Kasematte, Top Überwinterung

Überwinterung von Clematis in Gefäßen. Die meisten Clematis kommen ohne zusätzlichen Winterschutz aus, während einige andere Clematis-Sorten Winterschutz benötigen. Dies ist z.B. bei den florida- oder auch cirrhosa-Sorten der Fall. Häufig genügt es, das Gefäß mit den Clematis an einem frostgemilderten Ort aufzustellen oder auch den Topf mit einem Flies zu schützen, ehe es zu starkem Frost kommt. Zudem ist ein Bewässern über Winter kaum nötig. Oft ist nach längeren Frostperioden das Substrat trocken gefroren. Daher wird nach dessen Auftauen wieder ein wenig Wasser gegeben.

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Vermehrung von Clematis

Vermehrung durch Aussaat

Die Aussaat ist ein klassisches Beispiel, um Clematis zu vermehren. Viele botanische Clematis-Arten lassen sich durch Aussaat vermehren. Die Keimung dauert sehr unterschiedlich lange und kann zwischen 3 Wochen und bis zu 14 Monate betragen, denn einige Clematis sind Kaltkeimer (Frostkeimer). Bei Aussaaten ist es genetisch bedingt, dass die Sämlinge nicht immer identisch mit der Ausgangspflanze (Mutterpflanze) sind. Heimische Clematis fallen meistens „echt“ aus.

Vermehrung durch Stecklinge

Eine Vermehrung durch Stecklinge gelingt am besten vom späten Frühjahr bis zum frühen Sommer. Das benötigt etwas Erfahrung und Geschick. In der gärtnerischen Praxis werden so große Mengen an Pflanzen produziert. Man spricht hier von Massenvermehrungen. Die Vorgehensweise ist ähnlich wie bei anderen Pflanzen auch, die durch Stecklinge vermehrt werden.

Vor dem Stecklingsschnitt
Stecklinge, geschnitten
Blick in unsere Vermehrung
Steckholz
Laubschütte

Die Unterschiede zu anderen Stecklings Vermehrungen sind nicht von großer Bedeutung. Die Bewurzelung dauert 21 bis 35 Tage. Es werden vorwiegend Clematis Sorten vermehrt, die leicht zu bewurzeln sind. So erklärt es sich, dass oft nur ein sehr eingeschränktes Sortiment zur Verfügung steht. (z.B. bei Discountern) Praxisüblich bei der Stecklings Vermehrung ist eine Abdeckung mit Folie, das gewährleistet eine hohe Luftfeuchtigkeit und verhindert ein Vertrocknen der Stecklinge. Regelmäßiges Lüften ist unerlässlich. Direkte Sonneneinstrahlung muss vermieden werden.

Clematis montana und einige andere Arten, lassen sich auch gut durch Steckholz vermehren.
Das kann in den Wintermonaten geschehen. Sie müssen auf jeden Fall frostfrei arbeiten. Wer kein geeignetes Gewächshaus zur Verfügung hat, kann sich mit einer Laubschütte behelfen.

Vermehrung durch Teilung, Wurzelausläufer und Absenker

Teilung
Teilung, Staudenclematis
Teilung

Staudenclematis lassen sich auch durch Teilung vermehren. Die Clematis sollten mindestens 3 Jahre alt sein, ehe sie die Clematis teilen. In der Praxis werden viele Gartenstauden durch Teilung vermehrt. Die Winterruhe, von November bis Februar, ist die beste Zeit dafür. Sie können auch zu dieser Zeit Clematis teilen, welche in einem Gefäß zu mehreren kultiviert worden sind. Teilung heißt auch gleichzeitig Verjüngung und Vitalisierung in Einem.

Wurzelausläufer
Wurzelausläufer
Bodenabsenker

Einige Clematis bilden Wurzelausläufer.
Hier sind zu nennen: Clematis orientalis, Clematis alpina, Clematis socialis, Clematis heracleifolia und andere. So verwundert es nicht, dass in direkter Nachbarschaft zur „Stammpflanze“ sich eine neue Clematis etabliert hat. Hier bietet sich ebenfalls eine Teilung als Vermehrungsmethode an. Einzelne Clematis lassen sich auch sehr gut durch Bodenabsenker vermehren. Als Hobbygärtner ist das eine sichere Vermehrungsart. Es dauert deutlich länger als bei Stecklingen. Für viele Sorten sind es 2 – 3 Monate bei dieser Vermehrungsmethode. Sie können Absenker beinahe ganzjährig machen.

Vermehrung durch Veredelung

Clematis durch Veredelung vermehren. Es ist wohl die „Königsdisziplin“ aller Clematis Vermehrungsmethoden! Weltweit gibt es nur wenige Gärtner oder Betriebe die Clematis durch veredeln vermehren.

Die Praxis der Veredelung ist beinahe verloren gegangen. Sie wurde vor 110 Jahren in Kreis Pinneberg von Max Krause eingeführt. Er hatte die Clematis Kultur in Groß Britannien erlernt und quasi mitgebracht. Mein Vater, Friedrich Westphal sen., hatte viele Jahre im Betrieb von Max Krause gearbeitet, bis er sich 1953 selbständig machte.

Es handelt sich bei der Clematis Veredelung um eine Ammenveredelung durch seitliches Anplatten. Eine vergleichbare Vermehrungsart kennen Fachleute bei Nadelgehölzen. Aus Zwei mach Eins! Die „Amme“, Clematis vitalba dient als Veredelungsunterlage und bringt Wurzelvermögen aus einem Jahr Vorkultur mit in die Vermehrung. Die Edelreiser wachsen nach 14 – 21 Tagen mit der Unterlage zusammen und beginnen sofort mit dem Wachstum. Schon während dieser Anwachsphase beginnen die Edelreiser selbständig mit einer eigenen Wurzelbildung, sodass sich zwei verschiedene und gleichwertige Wurzelsysteme bilden. Die Unterlage (Clematis vitalba) bringt kräftiges und gesundes Wachstum mit, zudem ist Clematis vitalba immun gegen Clematis-Welke! Die ehemaligen Wunden, die durch das Veredeln entstanden sind, werden durch einen schnellen Heilungsprozess mit Kallusbildung kompensiert. Eintrittspforten für verschiedene Pilzkrankheiten werden so von vornherein erfolgreich verschlossen. Das feine Wurzelwerk befindet sich meist in den oberen Erdschichten von 20 – 40cm.

Die „echten“ dickfleischigen Wurzeln bringen Speichervermögen mit und können sehr tief ins Erdreich dringen (bis1,50). Trockenperioden können sehr gut überbrückt werden. Der entscheidende Vorteil ist, mit diesen beiden Wurzelsystemen passt sich die Clematis selbständig an die neuen Bodenverhältnisse an. Das kann keine andere Vermehrungsart leisten! Meine Kunden profitieren seit vielen Jahren von diesem Vorteil, ohne es wirklich zu wissen. 👍😉

Für die Vermehrung ist ein Gewächshaus unerlässlich! Der beste Zeitpunkt für eine Veredelung ist der Monat März. Eine Clematis aus dieser Vermehrungsart ist erstmalig im August/September (7 Monate später) verkaufsfertig mit Blüten. (Zum Vergleich: Eine Clematis, die aus Stecklingen vermehrt wurde, benötigt 12-14 Monate bis zur ersten Blüte)

Wildtriebe, die von der Unterlage austreiben könnten, sind bei Clematis ausgeschlossen. Unter anderem kennt man das Problem mit den Wildtrieben bei Rosenveredlungen.

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Clematis Krankheiten und Schädlinge

Krankheit und Schädlinge

Welche Krankheiten und Schädlinge können bei Clematis auftreten?

Clematis Krankheiten

Clematis Welke = Phoma Clematidina (frühere Bezeichnung Ascochyta Clematidina)

Das Thema Nr.1 bei der Kultur von Clematis. Es können alle Clematis befallen werden, doch vorwiegend großblumige Hybriden können daran zugrunde gehen. Bei kleinblumigen Arten bleibt es meist nur bei einer latenten Infektion, die kaum bemerkt wird. Solche betroffenen Clematis sind resistent oder sogar immun und sterben daran nicht! Phoma ist eine gefäßparasitäre Pilzkrankheit, die alle Pflanzenteile der Clematis befallen kann. (Blätter, Stängel und Wurzeln). Meist wird diese Pilzerkrankung unbemerkt eingeschleppt. Die Blätter sind grundsätzlich zuerst befallen! Das äußert sich anfangs mit kleinen unregelmäßigen Flecken im unteren Bereich der „neuen“ Clematis. Eine Infektion greift von der Blattunterseite an und durchdringt anschließend das ganze Blattgewebe, das schließlich braun wird und abstirbt.

Phoma an Clematis Hybriden

Eine Infektion schreitet schnell von unten nach oben fort. Die Temperatur, die Lichtverhältnisse und die Anwesenheit von Wasser spielen hierbei eine entscheidende Rolle. Die Pilzsporen können auch über viele Kilometer weit getragen worden sein oder aus der näheren Umgebung stammen. Die Pilzsporen können sich nur etablieren und austreiben, wenn Wasser über mehrere Stunden vorhanden ist und die Temperaturen deutlich über 20° liegen. Weitere Infektions-Faktoren sind: Beschädigungen an Trieben, besonders in Bodennähe oder direkte Wurzelschädigungen, wenn Pilzsporen ins Erdreich gewaschen worden sind. Häufig findet diese Infektion im zweiten oder dritten Jahr nach der Pflanzung statt. Letzteres passiert immer dann, wenn zuvor eine Blattinfektion stattgefunden hat oder die neu gekaufte Clematis die Pilzsporen schon im Topf mitgebracht hat. Man muss beim Kauf neuer Pflanzen besonders darauf achten, dass die unteren Blätter keine brauen Flecke aufweisen, seien sie auch noch so klein. Ist die Erkrankung einmal da, ist sie kaum noch zu bekämpfen.

Der Ausweg gesunde Clematis dauerhaft im Garten zu etablieren, gelingt nur über kleinblumige Clematis Arten und deren Sorten!

Phoma an botanische Arten v. Clematis

Was kann vorbeugend gegen diese Krankheit getan werden?Höchste Priorität hat der Erwerb von gesunden Pflanzen. Wenn möglich die Clematis so platzieren, dass das Laub schnell nach Regenfällen abtrocknen kann.
Gießen und bewässern so handhaben, dass das Laub trocken bleibt. Einen luftigen und kühlen Standort wählen, denn je kühler, desto besser. Windbewegung trägt ebenfalls dazu bei, dass die Clematis gesund bleiben. Erkennt man erste Anzeichen einer Blattinfektion ist es hilfreich die befallenen Blätter sofort zu entfernen.
Bekämpfungsmaßnahmen können mit verschiedenen Fungiziden eingeleitet werden.
Fungizide, die gegen verschiedene Blattflecken im Handel erhältlich sind, können eingesetzt werden. Biologische Mittel sind ebenfalls verfügbar. Hier sind in erster Linie Trichoderma Pilze und Bacillus subtilis als Gegenspieler verbreitet und erhältlich. Auch verschiedene Pflanzenstärkungsmittel können hilfreich eingesetzt werden.

Echter Mehltau

Echter Mehltau
ist weit verbreitet und kommt an vielen anderen Pflanzen vor. Auch heimische Gehölze Stauden und Zierpflanzen können befallen werden. Glücklicherweise sind nur wenige Clematis davon betroffen. Die Witterung hat einen großen Einfluss auf die Ausbreitung von Mehltau. Bei Clematis beginnt eine Infektion meist erst in den Spätsommertagen oder im Herbst. Da zu dieser Zeit schon die Winterruhe bevorsteht, sind größere Schäden nicht zu erwarten. Echter Mehltau dringt oberflächlich in die Blätter ein und man erkennt ihn an einem mehligen, weißen Belag auf den Stängeln und anschließend auf den Blättern. Später können auch Blüten befallen werden. In der Spätfolge werden schwarze Flecke sichtbar. Mehltau ist im Anfangsstadium noch gut zu bekämpfen. Wartet man zu lange, wird es deutlich schwieriger den Mehltau zu eliminieren.

Falscher Mehltau

Falscher Mehltau
unterscheidet sich im Wesentlichen von Echten Mehltau darin, dass er vorwiegend auf der Blattunterseite zu finden ist und deutlich tiefer in das Pflanzengewebe eindringt. Es handelt sich hier um einen eher grauen Belag der pelzig aussieht. Die Blattoberseite wird fahl grün, denn gelb und später braunschwarz. Falscher Mehltau tritt selten auf.

Botrytis, Grauschimmel

Grauschimmel
ist ein Schwächeparasit und tritt in erster Linie bei hoher Luftfeuchtigkeit auf. Lichtmangel kann auch dazu führen, dass Grauschimmel (Botrytis) sich ausbreitet. Das äußert sich meisten zuerst an den älteren Blättern im unteren Bereich der Pflanzen. Bei extremen Befallsdruck können auch junge Triebe befallen werden.

Phytophtora, Rhizoctonia u.a.

Verschiedene Wurzelkrankheiten
wie, Pythium, Phytophthora, Rhizoctonia und Fusarium können Clematis im Wurzelbereich schädigen. Oft werden diese Krankheiten mit Clematis Welke verwechselt, denn auf den ersten Blick, sieht es ähnlich aus. Die genannten Krankheiten können an vielen Kulturpflanzen vorkommen oder von denen eingeschleppt werden. Clematis kollabieren in kurzer Zeit nach einer Infektion. Staunässe und ungenügender Wasserabzug sind hier häufig die Ursachen.

Clematis Schädlinge

Nacktschnecken + Eigelege

Schnecken
sind die Hauptfeinde der Clematis. Es sind vorwiegend Nacktschnecken, die große Schäden an Clematis verursachen können. Ganze Triebe, die frisch aus der Erde kommen, können genauso geschädigt werden wie Blätter oder auch Blüten. Schnecken sind nachtaktiv und verstecken sich tagsüber in der Nähe der Pflanzen an dunklen, feuchten Stellen. Bekämpfung: Neben Absammeln in der Dämmerung stehen auch chemischen Mittel zur Verfügung. Pflanzenpathogene Nematoden können zur biologischen Bekämpfung eingesetzt werden.

Wichtig zu wissen!
Unter den Nacktschnecken gibt es auch „nüztliche Helfer“. Der Tigerschnegel. Er frisst andere Nacktschnecken und deren Eier auf. Ferner lebt er nur von abgestorbenen Pflanzenteilen und von Pilzen. Nicht von grünem Pflanzenmaterial! Man sollte ihn auf gar keinen Fall beseitigen. Achten sie bei dem nächsten Gartenrundgang darauf. Nacktschnecke ist nicht gleich Nacktschnecke. Leider wissen das noch viel zu wenig Gartenbestitzer.

Rüsselkäfer + Larven

Rüsselkäfer und deren Larven
Seit vielen Jahren beobachte ich die große Ausbreitung von Rüsselkäfer (Dickmaulrüssler) an zahlreichen Kulturpflanzen. Vorwiegend an hartblättrigen Pflanzen kennt man diese hartnäckigen Problemschädlinge. Wenn ich Rhododendren ansehe, in Gärten oder im öffentlichen Grün, dann wird deutlich, wie groß das Problem sein kann. Rosen und viele Gartenstauden können ebenfalls befallen werden.

Bisher ist der Schaden an Clematis noch gering, aber man sollte das Problem im Auge behalten. Typisch ist der Buchtenfraß an den Blättern. Die Nachtaktiven Käfer sind tagsüber nicht zu sehen und kommen erst zur Dämmerung heraus. Schlimmer sind eigentlich die Larven der Rüsselkäfer, denn sie fressen an den Wurzeln oder dem Wurzelhals. Wuchsdepressionen sind die Folge und durch die entstandenen Wunden werden Eintrittspforten für Pilzerkrankungen geschaffen.

Es gibt sehr wirksame biologische Mittel zur Bekämpfung von Rüsselkäferlarven.

Schwarze Blattläuse werden von Ameisen „gemolken“
1. Generation Blattläuse mit Flügel

Blattläuse
können an allen Kulturpflanzen auftreten. Sie schädigen durch Saugen am Pflanzensaft. Die erste Generation der Blattläuse, die aus den Wintereiern schlüpft, ist geflügelt und verbreitet sich schon Ende April in unseren Gärten. Man wundert sich, wo kommen die dann plötzlich her? Wind und Regen transportieren die Blattläuse über einige Hundert Meter hinweg. Später im Sommer können auch Ameisen die Blattläuse verbreiten. Bei starkem Befall können die Triebspitzen und Blätter in Mitleidenschaft gezogen werden und verkrüppeln. Weil viele Blattläuse grünlich sind, werden sie oft erst spät erkannt. Natürliche Feinde sind unsere kleinen Singvögel. Wer Nistmöglichkeiten schafft, bekommt kaum Probleme mit Blattläusen. Das Gleiche gilt auch für schädliche Raupen. (siehe nächster Artikel) Blattläuse sind leicht zu bekämpfen, wer ohne Chemie auskommen möchte, kann auf Biozide zurückgreifen.

Raupen von versch. Nachtfaltern

Raupen
verursachen Fraß Schäden in der Zeit von Mai bis zum Oktober. Die unförmigen Fraß Löcher werden deutlich sichtbar und können mit Schneckenfraß verwechselt werden. Hier werden jedoch keine Schleimspuren sichtbar. Meist verstecken sie sich an der Blattunterseite und werden nicht bemerkt. Die Bekämpfung ist vergleichbar mit der Bekämpfung der Blattläuse. Viele Bekämpfungsmittel sind gegen saugende – und beißende Insekten gleichzeitig wirksam. 

Phytomyza clematidis ausgewachsene Fliege

Seit mehreren Jahren beobachten wir eine starke Zunahme durch Phytomyza clematidis

Eine Fliege, deren Larven Verkrüpplungen an den Blüten verursachen. Sie hat sich vom südlichen Europa aus nach Norden verbreitet. Es gibt ein gewisses Zeitfenster, wobei die Fliege aktiv ist, durch Anstechen der noch geschlossenen Blütenknospen, werden ihre Eier hineinlegt. Daraus schlüpfen die Larven und fressen, noch in der geschlossenen Knospe, Staugefäße ab. Auch die Knospen selbst bleiben nicht verschont. Sie sind leicht gebogen oder unförmig. Im weiteren Verlauf werden die Verkrüppelungen immer deutlicher. Das Zeitfenster für diese Schädigungen ist der Monat Mai und dieses wird erst im Monat Juni deutlich, zum Beispiel wenn Clematis viticella ihre ersten Blüten öffnen. Clematis, die vorher oder deutlich später blühen sind davon nicht betroffen. Eine Bekämpfung kann ebenfalls mit verschiedenen Insektiziden oder auch Bioziden vorgenommen werden. Hier ist eine rechtzeitige oder vorbeugende Behandlung besonders zu empfehlen.   

Mäuse sind ungeliebte Gäste

Mäuse:
Verschiedene Mäusearten wie, Wühlmäuse, Feldmäuse oder Hausmäuse können Schäden an Clematis anrichten. Wühlmäuse fressen an den Wurzeln und die Folge ist, dass die Clematis nicht mehr zügig wachsen oder ins Stocken geraten. Gelegentlich gehen sie ganz zu Grunde. Feldmäuse oder Hausmäuse fressen an den oberirdischen Teilen. Die Stängel werden durchgenagt und der Saftstrom wird unterbrochen. Eine „Welke Erscheinung“ wird sichtbar. Die Clematis wirkt, als würden die Triebe durchgeschnitten worden sein.

Weitere Schädlinge, die an Clematis vorkommen können, sind Ohrwürmer, Thripse, Blütenthripse, Rapsglanzkäfer oder Spinnmilben.

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Clematis Rückschnitt-Empfehlungen

Rückschnitt ist ein wichtiges Thema zur erfolgreichen Kultur von Clematis!

Unabhängig von dem Pflanztermin oder dem späteren Blühtermin sollten Sie einen sogenannten „Aufbauschnitt“ durchführen. Die neu gepflanzten Clematis sollten ca. 20-30 cm über dem Erdboden im November oder Dezember des Pflanzjahres zurückgeschnitten werden. Verzichten Sie z.B. bei den frühjahrsblühenden Clematis gern auf die wenigen Blüten im ersten Jahr und denken Sie besser langfristig an eine gut verzweigte, buschige und kräftige Pflanze.

In den Folgejahren hält man sich dann an die folgenden Schnittregeln.

Clematisfachleute, Gärtner, Hobbygärtner oder Autoren von Büchern sind sich darüber einig, dass alle Clematis in drei unterschiedlichen Rückschnittgruppen eingeteilt werden. Diese Rückschnittgruppen werden mit 1, 2 oder 3 bzw. A, B oder C. bezeichnet.

Uneinigkeit besteht weitgehend über den Termin des Rückschnittes, besonders bei den Rückschnittgruppen 2 und 3 stellt sich die Frage, wann soll zurückgeschnitten werden? Rückschnitt im Spätherbst oder Frühjahr? Beides ist möglich! Wann letztendlich zurückgeschnitten wird, muss jeder selbst entscheiden. Es gibt Vor- und Nachteile bei beiden Varianten, wobei Ich empfehle den Rückschnitt im November/Dezember durchzuführen.

Clematis Rückschnitt – Gruppe 1

Nicht zurückschneiden lautet oft diese Empfehlung – ist nicht ganz richtig ausgedrückt.

Es müsste richtiger heißen: Rückschnitt ja, im Mai – Juni und nicht im November-Dezember.

Gültig ist diese Regel für zahlreiche Frühjahrsblüher, sowie Wildarten und deren Sorten. In erster Linie fallen hierunter die gesamten C. alpina (atragene) und C. montana. Beide Artengruppen legen die Frühjahrsknospen im Sommer und Herbst des Vorjahres an. Die Blütezeit selbst beginnt dann im kommenden Frühjahr nach der Winterruhe. Junge Blätter und Blüten erscheinen dann gleichzeitig. Diese Entwicklung nennt man „Blüte am vorjährigen Holz“, eine bei Gehölzen übliche Erscheinung z.B. bei Forsythien oder Obstbäumen.

Alle Frühjahrsblüher neigen zum Vergreisen, umso wichtiger ist dann der richtige Rückschnitt, zur richtigen Zeit! Schneiden Sie auf ein gewünschtes Maß zurück. Den Pflanzen bleibt dann genug Zeit, um zu wachsen und wieder Knospen für das nächste Jahr anzulegen. Hilfreich ist auch ein Teilrückschnitt, vorwiegend bei den Montanas, der sich auf einige Triebe in unterschiedlichen Längen beschränken kann.

Clematis Rückschnitt – Gruppe 2

Clematis Rückschnitt - Beispiel Schnittgruppe 2

Jährlich im November/Dezember leicht zurückschneiden (alle Triebe um die Hälfte einkürzen). Das ist eine Rückschnitthöhe von ca. 60cm bis 120cm über dem Erdboden. Jüngere Clematis bei 60-80cm, ältere Clematis zwischen 80-120cm zurückschneiden. Anwendung bei Clematis Hybriden, die zweimal im Jahr blühen. In meinen Beschreibungen sind diese Clematis mit Blühterminen von 5/6 (Mai-Juni) u. 8/9 (Aug.-Sept.) angegeben. Ein starker Rückschnitt, auf 30-40cm über dem Erdboden, ist alle 4-5 Jahre empfehlenswert, um die Clematis zu verjüngen und vital zu halten.

Alle Clematis Hybriden dieser Rückschnitt Gruppe blühen im Frühjahr im unteren Bereich an den Kurztrieben die dem „Vorjährigen Holz“ entspringen. Nach der ersten Blütezeit im Frühjahr werden neue Triebe (Langtriebe) ausgebildet, die dann im Sommer/Spätsommer erneut blühen.

Viele gefüllt blühende Clematis Hybriden blühen nur an diesen Kurztrieben im Frühjahr gefüllt!

Die zweite Blütezeit im Sommer/Spätsommer ist bei solchen Clematis Sorten dann oft ungefüllt oder halbgefüllt. Es gibt einige Clematis Ausnahmen die auch während der zweiten Blütezeit gefüllt blühen, z.B. Multi-Blue.

Typisch für diese Clematis Sorten ist der reiche Fruchtansatz nach der ersten Blütezeit. Diese Früchte sollte man mit dem darunterliegenden Blattpaar abschneiden und entfernen, damit anschließend die Triebe schnell nachwachsen und die neue Triebe dann in ca. 6 Wochen erneut üppig blühen!

Clematis Rückschnitt – Gruppe 3

Rückschnitt

Jährlich alle Triebe im November/Dezember kräftig zurückschneiden (auf 20 bis 50cm über dem Erdboden). Anwendung bei zahlreichen Clematis Hybriden und Clematis Wildarten, die ausschließlich im Sommer blühen. Alle diese Arten u. Sorten bilden lange Triebe aus, die mit einer Masse von Blüten enden. Hierzu gehören z.B. Clematis viticella, Clematis texensis oder die Clematis Hybriden wie Jackmanii oder Rouge Cardinal. Ohne Rückschnitt würden solche Clematis von unten mehr und mehr verkahlen. Schadet an einigen Pflanzpositionen sicherlich nicht z.B. zu Gehölzen oder Kletterrosen, d.h. die Rückschnitthöhe kann individuell an die örtlichen Verhältnisse angepasst werden.

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Düngung von Clematis

Die Frage nach der richtigen Düngung von Clematis wird oft gestellt. Die heute gebräuchlichen Dünger sind so vielfältig wie nie zu vor! Welcher Dünger Verwendung findet, ist Ansichtssache. Was sind die wesentlichen Unterschiede zwischen Mineraldünger, Vorratsdünger, Langzeitdünger, Flüssigdünger, Nährsalze, Mischdünger organisch/mineralisch, organischer Dünger, vegane Dünger, Bio-Stimulanzen und Boden – Hilfsstoffe?


Übersicht der verschiedenen Dünger Substanzen, die im Handel verfügbar sind

Dünger PräparatWirkungsdauerWirkungsmechanismusVorteilePraxistipp
Mineraldünger Volldünger2 – 3 WochenWasserlösliches Granulat, löst sich schnell aufschnelle AnfangswirkungKeine Langzeit-wirkung
Vorratsdünger Volldünger6 – 12 WochenGranulat löst sich nach und nach langsam aufEinfache AnwendungKaum Überdüngung
Langzeitdünger Volldünger3 – 12 Monate je nach PräparatUmhüllter Dünger mit MembranwirkungKontinuierliche NährstoffabgabeEinarbeitung hilfreich u. verbessert die Wirkung
Flüssigdünger Volldünger5 – 7 TageIm Gießwasser gelöstSofortige WirkungKurze Wirkung
Nährsalz Volldünger, Ein- Nährstoff Dünger7 – 14Im Gießwasser auflösenHochprozentig, schnelle Wirkung Sehr ergiebig!Keine Langzeit-wirkung
Mischdünger, organisch-mineralisch Volldünger3 – 6 WochenGranulat, z.T. wasser-löslich u. mikrobiologischEinfache AnwendungNiedrige Nährwerte
Organische Dünger Volldünger oder Ein- Nährstoff Dünger3 – 30 WochenMikroorganismen wandeln die Substanz in Pflanzenverfügbare Nährstoffe um.Einfache Anwendung, niedrige SalzgehalteEinarbeiten, niedrige Nährwerte.
Vegane Dünger Meist Volldünger2 – 12 WochenMikroorganismen wandeln die Substanz in Pflanzenverfügbare Nährstoffe um.Keine Salzschäden, wenig Co2 BelastungEinarbeiten, niedrige Nährwerte.
Bio-Stimulanzen  1 – 3 verschiedene KomponenteBis zu einem JahrBodenpilze und Bakterien die Nischen besetzen und Symbiosen bildenOhne chemische ZusätzeZum Teil hochwirksame Substanzen
Boden – Hilfsstoffe Meist eine Substanz6 – 18 MonateWasserspeicher, Luftspeicher, AuflockerungIst hilfreich bei der BodenverbesserungViele unterschiedliche Substanzen stehen zur Verfügung
Kalk (PH Wert Anhebung)


6 – 8 MonateWasserlöslich, Pulver oder GranulatVerbessert das BodenlebewesenWichtiger Zellbaustein! Unverzichtbar bei sauren Böden!
Spurenelemente,
Micronährstoffe wie: Mg, Fe, Cu, B, Mn, Mo, Zn
3 – 6 Monate
in den meisten
Volldüngern enthalten
Wasserlösliches Pulver
oder Flüssigkeit
Verbessert die Blattausfärbung, die Assimilation u. viele wichtige ProzesseUnverzichtbare Zellbausteine


Ich habe hier bewusst auf die Nennung von einzelnen Präparaten verzichtet, denn jeder bevorzugt einen Lieblingsdünger, der zur Anwendung kommt. Es können Rosendünger, Staudendünger, Blumendünger oder Gehölzdünger verwendet werden. Die erhält man in Gartencentern, Landhandel, Baumärkten, Gärtnereien oder beim Discounter.

Wichtig bei der Düngung von Clematis ist eine Dosierung, die der Pflanzenentwicklung angepasst ist!

Die Herstellerangaben sind strikt einzuhalten, denn viel hilft viel ist nicht angebracht!

Volldünger

Volldünger, (NPK) wie der Name schon sagt, haben alle Hauptnährstoffe und Spurenelemente enthalten! Die verschiedenen Düngertypen unterscheiden sich in ihrer Zusammensetzung zum Teil deutlich. Je höher die Zahlen sind, desto ergiebiger ist der Dünger!

Beispiel: NPK steht für: N = Nitrogenium Stickstoff, P = Phosphor, K = Kalium. Zu den Buchstaben gehören Zahlen, die geben den Prozentsatz der einzelnen Nährstoffe an.

Nach langanhaltenden Niederschlägen ist es sinnvoll, gezielt mit einem Einnährstoffdünger nachzudüngen, denn besonders N = Stickstoff und Ca = Kalk wird schnell ausgewaschen und steht den Pflanzen nicht mehr zur Verfügung. Vergilbung ist die Folge und nimmt schnell zu.

Ein sehr beliebter, reiner Stickstoffdünger, ist Hornspäne. Bis zur gewünschten Düngewirkung können schon mehrere Monate vergehen, denn Bodenlebewesen müssen die Substanz erst einmal umwandeln und pflanzenverfügbar machen. Das hängt besonders von der Temperatur und der Feuchtigkeit ab. Der Irrglaube, dass nur Hornspäne allein als Dünger ausreicht, sei an dieser Stelle klar mit „nein reicht nicht“ beantwortet.

Organischer Dünger

Ein wichtiger Hinweis noch zu den beliebten organischen Düngern. Die meisten dieser Dünger stammen aus der Massentierhaltung. (Hornmehl, Hornspäne, Knochenmehl, Guano u.a.) Neu ist z.B. die Nutzung von Schafwolle als Dünger. Vegane Dünger nehmen stetig an Bedeutung zu. Auch die Nutzung von Gründüngern (Luzerne und Leguminosen) solle nicht außer Acht gelassen werden.

Dem gegenüber stehen die heutigen Hightech-Dünger, die immer ausgeklügelter und effizienter werden, auch in Hinblick auf die Umweltverträglichkeit und dem Grundwasserschutz.