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Über Clematis

Fragen zur Pflege, Standort, Praxis, Botanik, Herkunft und viele weitere Tipps

Auf den folgenden Seiten gehen wir auf die unterschiedlichsten Fragen unserer Kunden ein. Fragen über Clematis zur Praxis und zur Botanik.

Grundsätzliche Fragen zu Pflanzung und Rückschnitt von Clematis finden Sie im Ratgeber.

Clematis sind Hahnenfuß-Gewächse, (Ranunculaceae) Dazu gehören u.a. auch Anemonen, Rittersporn, Christrosen, Leberblümchen oder Akelei. Die meisten, weltweit verbreiteten Clematis, sind verholzende mehrjährige Kletterpflanzen. Ausnahmen bilden die Staudenclematis und jene Clematis, die als Halbsträucher eingeordnet werden müssen.

Nicht nur die Blüten der Clematis sind sehr schön und vielfältig, das trifft auch für die Früchte zu. Sie haben einen besonderen Reiz. Es gibt bizarre, glänzende oder kugelrunde Formen darunter. Sie scheinen aus einer anderen Welt zu stammen. Genau hinschauen lohnt sich. Beeindruckende Bildmotive erschließen sich dem Hobbyfotografen!

Schon während, oder gleich nach der Blütezeit erscheinen die Früchte, die man als Schnittblumen in kleinen Sträußen nutzen kann. Auch in der Trockenbinderei, zu Advent, können die Früchte gut verwendet werden.

Botanisch gesehen sind die Clematis-Früchte eine bedecktsamige Nuss (Nüsschen). Es wird eine wollige Kugelform gebildet, an denen die Samen außen angeordnet sind. Auch der Naturschutz kommt nicht zu kurz. Unsere heimischen Singvögel nutzen die wolligen Flughärchen an den Samen, als Polstermaterial zur Brutaufzucht, in ihren Nestern.

Unsere heimischen Clematis sind: Clematis alpina, Clematis recta, Clematis vitalba und Clematis viticella (eingebürgert). Clematis kommen im gemäßigten Klima auf der nördlichen Erdhalbkugel vor und sind vorwiegend in Gebirgsregionen Asiens verbreitet. Die meisten Clematis sind winterhart! (Ausnahmen finden sich in der Sondergruppe.)

Ja, es gibt viele duftende Clematis, aber nur bei wenigen Arten ist der Duft sehr ausgeprägt oder intensiv. (z.B. Clematis flammula oder Clematis montana). Meist ist der Duft nur schwach ausgeprägt, süßlich, fruchtig oder vanilleartig. Einige Clematis montana duften intensiv nach Vanille oder Schokolade.   

Viele Clematis sind insekten- und bienenfreundlich. Besonders die kleinblumigen Arten werden gut von ihnen besucht. Unterschiede bestehen darin, dass einige Clematis sowohl Pollen und Nektar liefern, andere hingegen nur Pollen. Bienen, Hummeln und andere Insekten benötigen für ihre Ernährung Nektar = Kohlenhydrate. Pollen = Eiweiß wird vorwiegend für die Aufzucht der Larven benötigt. Alle Clematis, die Samenstände ausgebildet haben, wurden auch vorher von Insekten bestäubt, logisch!

Genetisch sind Clematis in der Lage auch gefüllte Blüten hervorzubringen. Das trifft besonders auf die großblumigen Clematis Hybriden zu, deren Ursprung sich in Ostasien befindet. Züchtungen aus drei Clematis Arten sind hier besonders beteiligt. Clematis florida, Clematis patens und Clematis lanuginósa. Clematis florida blühen u.a. auch an jungen Trieben gefüllt, vornehmlich im Sommer bis zum Herbst. Clematis patens und lanuginósa, sowie Kreuzungen untereinander, blühen bereits im Frühjahr oder Frühsommer gefüllt und erneut im Spätsommer, meist ungefüllt oder halbgefüllt. Ausnahmen gibt es auch, die in beiden Perioden gefüllt blühen. Die zum Teil dicht gefüllten Frühjahrsblüten erscheinen an Kurztrieben aus dem vorjährigen Holz. Im Herbst und der anschließenden Winterruhe werden die gefüllten Blütenknospen angelegt. Je günstiger und länger die Winterruhe ist, umso dichter fällt die gefüllte Blüte im Frühjahr aus! Die zweimal blühenden Sorten gehören alle zur Rückschnittgruppe 2

Einige Clematis Sorten luxurieren mehr oder weniger stark. Das wird oft als krank oder unnatürlich fehlgedeutet. Es ist eine natürliche Erscheinung, die von der Sorte und der Temperatur abhängig ist. Gefüllt blühende Clematis neigen stärker als einfach blühende Sorten zum Luxurieren. Besonders bei vielen Clematis viticella ist das sehr ausgeprägt. Bei Clematis viticella `Alba Luxurians´ ist das „Luxurieren“ schon Bestandteil des Namens. Es ist bei hellen Sorten und kühlen Temperaturen deutlicher sichtbarer als bei dunkleren Sorten.  Gelegentlich erscheinen auch nur sehr wenige grüne „Sprenkel“, wie bei C. Andromeda zu sehen ist.

Eine völlige Farbveränderung ist ausgeschlossen. Die Farbe lässt etwas nach, wenn: Extrem hohe Temperaturen herrschen oder wenn die Ernährung vernachlässigt wurde. Bei Lichtmangel kann ebenfalls die Farbe beeinträchtigt werden.

Es kommen immer wieder Fragen auf, ob meine Clematis wohl krank sei? Da werden die Blätter entlang der Hauptadern weißlich, andere Blätter sind panaschiert oder einige Blütenblätter weisen eine andere Farbe auf. Ein Großteil dieser Erscheinungen sind Mutationen, was auf eine Veränderung im Erbgut zurückzuführen ist. Ich habe in meiner langjährigen Praxis mit Clematis, unter anderem diese beiden Farbmutationen entdeckt. Abb. 3 zeigt C. Königskind Blau mit einem kleinen Anteil Rosa. So ist hier eine neue Sorte entstanden. (Rosa Königskind) Sie hat die gleichen Eigenschaften wie ihre blaue Vorgängerin. Die Abb. 4 zeigt C. Remembrance mit Blütenblättern von C. Comtesse de Bouchaud. Diese Mutation ist in Großbritannien entstanden. Beide Sorten haben identische Eigenschaften, in diesen beiden Fällen weicht nur die Farbe deutlich ab.

Mutationen können auch bei Clematis-Blattformen auftreten, das bleibt oft unbemerkt. Nicht zu verwechseln mit unterschiedlichen Blattformen an ein und derselben Pflanze. Das kommt bei vielen Clematis ständig vor.

Blattveränderungen bei Clematis

Unsere heimische Clematis vitalba hat zwei verschiedene Blattformen. Hier gibt es eine Jugend- und eine Altersform. Junge Pflanzen haben stark „gesägte“ Blätter, während ältere Pflanzen „ganzrandige“ Blätter aufweisen. Die Altersform setzt mit Erreichen der Blühfähigkeit im dritten Jahr ein, wenn die Vermehrung durch Aussaat vorgenommen wurde!

Liegt eine vegetative Vermehrung vor, (z.B. durch Stecklinge) bei den meisten Clematis ist das der Fall, dann ist nur noch die Altersform sichtbar. Die Jugendform liegt schon lange zurück und nur der Züchter hat jemals die Jugendform gesehen.

Es gibt nicht den perfekten Standort für alle Clematis gleichermaßen! Hier muss generell unterschieden werden welche Bedürfnisse die Heimatstandorte der einzelnen Clematis Arten vorgeben. Deshalb sollten Sie den Standort bei der Pflanzung gut auswählen.

Wie schon erwähnt, sind Clematis fast weltweit beheimatet und je nach Ursprungsgebiet sollten sie hier in unseren Gärten auch behandelt werden. Die meisten Clematis lieben einen kühlen und luftigen Standort im Halbschatten.

Das alte Klischee „Fuß im Schatten, Kopf in der Sonne“ ist nur bedingt gültig. Die Clematis viticella, orientalis und texensis lieben einen sonnigen Platz. Clematis alpina, koreana und alle atragenen Clematis gedeihen sehr gut im Schatten.

Die meisten großblumigen Clematis Hybriden können gut an einem halbschattigen oder schattigen Standort platziert werden. Zum Standort selbst gehört auch ein humusreicher, durchlässiger Erdboden, der muss ggf. entsprechend angepasst oder verbessert werden. Hinweis: Helle oder weiße Clematis sind im Schatten sichtbarer als dunklere!

Die meisten Clematis sind robust und pflegeleicht. Die Ausnahme stellen die großblumigen Clematis dar. Sie gelten allgemein als empfindlich, wenn es um die gefürchtete Clematis Welke geht! Das hat verschiedene Gründe. Clematis kommen auf vielen Kontinenten vor und haben je nach Herkunft sehr unterschiedliche Standortansprüche. Wer das schon im Vorfeld beherziget, kennt keine empfindlichen Clematis. Grundsätzlich: Je kühler desto besser!

Die Antwort ist ja, es gibt einige immergrüne Clematis. Sie stammen vornehmlich aus mediterranen Klimazonen (auch aus Neuseeland) und benötigen hier bei uns etwas Winterschutz. Als Ausnahme sind Clematis armandii anzusehen, sie vertragen am meisten Frost (bis minus 15°).

Winterschutz ist nur bei einigen Clematis notwendig.

Clematis können zwischen 70 und 140 Jahre alt werden. Die neuseeländischen immergrünen Clematis leben deutlich kürzer und kommen nur auf 20-25 Jahre. Ein vergleichbares Alter erreicht auch nur unsere südeuropäische Clematis flammula. Sie bleibt in unseren Gärten dennoch über Jahrzehnte präsent, weil durch den reichen Samenansatz, neue Sämlinge sich an Ort und Stelle unbemerkt etabliert haben!

Es gibt Gründe dafür, dass Clematis nicht oder nicht mehr blühen und was kann dagegen getan werden. Falscher Zeitpunkt beim Rückschnitt ist eine Ursache und bezieht sich ausschließlich auf die Clematis montana, alpina mit ihren Verwandten und alle immergrünen Clematis. (siehe Ratgeber Rückschnitt)

Eine weitere sehr verbreitete Ursache ist ein Missverhältnis zwischen Wurzelmenge und Anzahl der Triebe. Hier sind besonders großblumige Clematis zu nennen, bei denen sich nach dem 2. oder 3. Standjahr übermäßig viele Triebe ausbilden, diese werden sehr dünn und dadurch können keine Knospen und Blüten entwickelt werden. Diese Triebe beschatten sich gegenseitig und werden schließlich im unteren Bereich gelb und dann braun. Abhilfe kann durch Entfernen von zwei Drittel aller Triebe erfolgen, die Bodennah abgeschnitten werden müssen. Die verbliebenen Triebe werden deutlich stärker und werden wieder blühfähig. C. Miss Bateman ist ein typisches Beispiel für diese Erscheinung.

Sind Clematis von anderen Pflanzen in der direkten Nachbarschaft sehr bedrängt, kann das auch zu negativen Folgen auf das Blühverhalten führen. Spätfröste im April oder Mai können Knospenansätze von der Gruppe montana derart schädigen, dass keine Knospen oder Blüten mehr sichtbar werden können.

Akuter Wassermangel kann bei sommerblühenden Clematis dazu führen, dass sie nicht oder nur spärlich zur Blüte kommen. Ähnliche Erscheinungen gibt es auch bei Nährstoffmangel.

Schädlinge können die Knospen abfressen oder schädigen. Hierfür sind Schnecken, Ohrwürmer oder auch Mäuse verantwortlich.

Nicht zwingend, man kann Clematis auch “wild wachsen“ lassen. Sie werden dann Zusehens im unteren Bereich unansehnlicher und verkahlen mehr und mehr. An einigen Stellen im Garten stört das sicher nicht. Auf das Blühverhalten hat ein fehlender Rückschnitt wenig Einfluss. Ohne Rückschnitt werden leider auch „die Vorjahreskrankheiten und Schädlinge“ mit übertragen.
Fazit: Richtiger Rückschnitt hält eine Clematis gesünder, wüchsiger und vitaler.

Vertragen sich Clematis mit anderen Pflanzen? Clematis vertragen sich mit den meisten anderen Pflanzen und können sogar sehr gut kombiniert werden. Es gibt unzählige Möglichkeiten, wenn man folgendes beachtet. Die Wuchshöhe und die Blütezeit müssen bei einer Kombination aufeinander abgestimmt werden. Unterschiedliche oder ähnliche Farben sollten miteinander harmonieren und die Lichtansprüche beider Partner sollten aufeinander zugeschnitten sein. Um Wurzeldruck zu vermeiden kann man Flach- oder Tiefwurzler gezielt einsetzen. Bei Kombinationen mit blühenden Pflanzen stellt sich die Frage: Blütezeit zusammen oder getrennt voneinander? Kontrast oder Ton in Ton? Es ist wichtig daran zu denken, dass der Hintergrund eine entscheidende Rolle bei der Farbzusammenstellung spielt. Helle Blüten haben eine bessere Fernwirkung als dunkle Blüten.

Hier sind nur einige wenige Clematis geeignet. Der Bereich unter einem Baum ist naturgemäß schattig und trocken. Am besten sind Clematis der Gruppen alpina, montana und vitalba (Paul Farges)geeignet. Sind Bäume lichtdurchlässig kann die Auswahl deutlich erweitert werden. Erfolgversprechend ist eine Rhizomsperre mit einzuarbeiten, um die Wasser- und Nährstoffversorgung zu erleichtern. Praxistipp vom Experten: Wenn möglich, pflanzt man am besten auf die Seite des Baumes, die dem Wind zugewandt ist. (Luvseite) Das erspart viel Befestigungsarbeit.  Obgleich alle Clematis zum Licht wachsen, hält jeder Wind/Sturm dagegen. Die Windrichtung zu beachten ist wichtig bei einer Pflanzung. Gilt nicht nur an Bäumen, sondern auch an Zäunen, Torbögen oder Obelisken usw.

Teilung einer älteren Staudenclematis
Wurzelballen einer Altclematis

Die Antwort auf diese Frage lautet: Ja das ist möglich und folgendes ist zu beachten. Der beste Zeitpunkt hierfür ist die Winterruhe von November bis Februar. Die umzupflanzende Clematis muss hierfür sehr stark zurückgeschnitten werden. Es ist besonders darauf zu achten, dass so viele Wurzeln wie möglich erhalten bleiben. Wenn das nicht möglich sein sollte, übersteht die Clematis diese Prozedur trotzdem! Je nach Alter und Größe wird auf 20-80 cm zurückgeschnitten und zügig an die neue Stelle gesetzt. In dem anschließenden Jahr bleibt das Wachstum deutlich zurück und stellt sich erst in einem Jahr später wieder ein. Das verlorengegangene Wurzelwerk muss sich erst wieder entwickeln. Ältere Staudenclematis können jetzt gut geteilt werden.

Clematiswelke bei botanischen Arten
Welke bei großblumigen Hybriden

Grundsätzlich ist das möglich! Eine Bodenmüdigkeit, wie man es z.B. von Rosengewächsen kennt, gibt es bei Clematis nicht. Eine erneute Pflanzung an derselben Stelle sollte unterbleiben, wenn vorher eine Clematis an Welke erkrankt war und daran zu Grunde gegangen ist. Das betrifft ausschließlich großblumige Clematis Hybriden. Eine erneute Infektion ist dann sehr wahrscheinlich. Viele kleinblumige Clematis können an dieser Stelle erneut gepflanzt werden. Bodenaustausch ist hilfreich, wird aber meist überbewertet. Die meisten kleinblumigen Clematis sind resistent gegen Clematis Welke, viele sind sogar immun gegen diese gefürchtete Krankheit. Bei einigen botanischen Arten beschränkt sich die Infektion auf punktförmige, unregelmäßige Blattflecke, die latent auftreten können. Diese Clematis sterben nicht daran. Mehr erfahren über Krankheiten und Schädlinge in unserem Ratgeber!

Clematis können sehr schnell wachsen. Es sind bei einigen Sorten bis 20 cm Längenwachstum an einem Tag zu erreichen. Clematis montana und Clematis vitalba wachsen am schnellsten. Niedrige Clematis wachsen deutlich weniger und kommen auf 2-5 cm pro Tag. Das hier zitierte Wachstum stellt sich nach ca. 3 Jahren ein, wenn die Clematis gut eingewachsen ist und sich ein ausgedehntes Wurzelwerk gebildet hat. Jüngere oder neu gepflanzte Clematis können das noch nicht erreichen. An dieser Stelle weise ich besonders auf den Rückschnitt Nr. 3 hin.

Dazu folgendes Beispiel: Eine Clematis viticella, mit einer jährlichen Wuchshöhe von ca. 2,50 – 3,00 Metern, wurde tief zurückgeschnitten und wächst erneut 2,50 – 3,00 Meter. Der Zuwachs in den Frühjahrs- und Sommermonaten liegt hier bei ca. 8 – 12 cm pro Tag. Schon nach 3-4 Wochen hat sie Ihre Vorjahreslänge wieder erreicht!

Clematis unterscheiden sich in Tief- und Flachwurzler. Die Tiefwurzler können bis 1,50m ins Erdreich dringen. Sie haben dickfleischige, goldgelbe Wurzeln, die gleichzeitig als Speicherorgane dienen. Das sind Clematis Hybriden, Clematis viticella und Clematis texensis. Flachwurzler hingegen bringen es auf eine Tiefe von 20-30cm. In erster Linie sind das Clematis alpina, Clematis macropetala, Clematis koreana und Clematis orientalis. Sie haben sehr feinfaserige Wurzeln und vertragen keine Nässe!

Die Abbildungen 3 und 4. zeigen unsere Ammenveredelung von Clematis. Hier sind eindeutig zwei Wurzelsysteme an einer Pflanze zu sehen. Es gibt bemerkenswerte Vorteile bei dieser Vermehrungsart. 
Nur wenige Clematis Spezialisten beherrschen weltweit diese Vermehrungsart. Unsere Kunden profitieren deutlich von unserer Vermehrungsart, ohne es wirklich zu wissen. Warum? Durch die zwei unterschiedlichen Wurzelsysteme sind unsere Clematis in der Lage, sich selbst an unterschiedliche Bodenverhältnisse anzupassen. Weitere Vorteile sind: Wüchsigere Pflanzen durch den Einfluss von der gesunden Clematis vitalba als Veredelungsunterlage. Blühfähige Pflanzen in kürzerer Zeit. Widerstandsfähiger gegen Krankheiten. Eisenmangel Erscheinungen werden weitgehend ausgeschlossen.   

Wortschöpfungen wie: Clematen, Clematisse oder Clematiden sind falsch und eigentlich unerträglich! 

Die Frage nach der richtigen Düngung von Clematis wird oft gestellt. Die heute gebräuchlichen Dünger sind so vielfältig wie nie zu vor! Welcher Dünger Verwendung findet, ist Ansichtssache. Was sind die wesentlichen Unterschiede zwischen Mineraldünger, Vorratsdünger, Langzeitdünger, Flüssigdünger, Nährsalze, Mischdünger organisch/mineralisch, organischer Dünger, vegane Dünger, Bio-Stimulanzen und Boden – Hilfsstoffe? Weiter lesen…

Ein wichtiges Thema, das uns täglich begleitet und immer wieder aufmerksam macht, im Großen wie im Kleinen.

Clematis kommen sehr gut mit den jetzigen Extremen zurecht. Bei anhaltenden Niederschlägen steht ein Garten wie oben im Bild zu sehen ist, schon einmal mehrere Tage unter Wasser, dass ist kein Problem für Clematis. Ausnahme hiervon sind: Alpine Clematis, montana und orientalis, die alle samt ein feines Wurzelwerk haben.

Wenn Trockenperioden im Hochsommer vorherrschen und man kaum die Möglichkeit hat, die Wasserversorgung sicher zu stellen, dann stellen sich die Clematis auf einen „Sparkurs“ ein. Das äußert sich unterschiedlich bei den verschiedenen Clematis Arten. Bei vielen Arten wird zuerst das Wachstum eingestellt. Als Nächstes bleibt die Knospen- und Blüten Entwicklung zurück. Die Blüten erscheinen deutlich kleiner als allgemein sortentypisch. Zum Schluss werden die unteren Blätter gelb danach braun und fallen schließlich vorzeitig ab. Das setzt sich von unten nach oben rasch fort. Durch Nährstoffmangel wird dieser Prozess noch beschleunigt. Häufig liegt eine Fehleinschätzung vor, die auf evtl. Krankheiten hindeuten.

Anstelle von langen Trockenperioden können auch kurzfristige Hitzeschäden auftreten. (Foto oben links) Das ist besonders dann der Fall, wenn nach mehreren Wochen, ohne direkte Sonneneinstrahlung, plötzlich wieder Hitzewellen eintreten, die mit direkter Sonneneinstrahlung einhergehen. Da können sogar Clematis texensis geschädigt werden, die für sonnige Standorte bestens geeignet sind. Braune Blütenränder oder Blattnekrosen deuten auf eine derartige Schädigung hin. Mit dem Klimawandel kommen leider auch neue Schädlinge hinzu. (Foto oben rechts)

Alle kletternden Clematis benötigen eine Kletterhilfe. Das können sehr unterschiedliche Materialien sein. Künstliche Kletterhilfen wie Spaliere, Zäune oder Obelisken kommen zum Einsatz. Andere Pflanzen, Bäume oder Sträucher werden als natürliche Kletterhilfen gerne von Clematis angenommen. Sie halten sich von selbst mit Hilfe von Blattstielranken fest. Staudenclematis können sich nicht von selbst festhalten und benötigen eine „Umarmung“.

Es gibt zahlreiche Clematis, die aus anderen Kontinenten eingeführt wurden und mit unserem Klima hier in Mitteleuropa gut zurechtkommen. Mir ist bisher keine Clematis-Art bekannt, die annährend als invasiv eingestuft werden kann. Unsere heimische Clematis vitalba könnte schon einmal lästig werden. Bei den orientalis, alpina, intergrifolia oder viticella können hier und da einzelne Sämlinge sichtbar werden. Von einer „Invasion“ kann hier aber keine Rede sein.

Schneiden dazu einen Trieb durch und sehen sich den Querschnitt einmal genau an. Ist der Querschnitt grün, dann lebt die Clematis. Eine weitere Methode ist, die Rinde mit einem scharfen Messer zu entfernen. Dann sollte sich darunter auch grün zeigen – d.h. lebendig! Ist in beiden Fällen braun zu sehen, dann ist der betreffende Trieb oder die ganze Pflanze nicht mehr lebendig. Erkennen lässt sich das Leben auch daran, ob ein Trieb beim Verbiegen brüchig oder elastisch ist. Elastisch heißt lebendig. Im Winter kann man zusätzlich an den Achselknospen (Nodien) ein Lebenszeichen erkennen, wenn diese gut sichtbar sind. Bei unseren Staudenclematis wird es schwieriger Leben zu erkennen. Alle oberirdischen Pflanzenteile sterben ab. Lebendige Triebknospen befinden sich 2-5 cm unter der Erdoberfläche bzw. unter dem Topfrand. Man könnte sie mit einem „Spargel“ in Miniaturform vergleichen.