Die richtige Platzierung von großblumigen Clematis ist eine der elementaren Voraussetzungen für ein gutes Gelingen und dauerhafte Freude an diesen Zierpflanzen.
Clematis Julka
Clematis Sunset
Erfolg oder Misserfolg liegen nahe beieinander.
Führt man sich einmal vor Augen, dass die meisten großblumigen Clematis ursprünglich aus Gebirgsregionen in Ostasien stammen, dann wird schon deutlich, der Platz im Garten sollte kühl und luftig beschaffen sein.
Natürlich gibt es auch hier Abweichungen, was die Wärmebeständigkeit angeht. Neue Züchtungen haben hier sehr gute Dienste geleistet. Dazu muss man wissen, dass besonders rote und violette Clematis höhere Temperaturen vertragen als andere. Hinzu kommt, dass dunklere Farben nicht sehr bei intensivem Sonnenschein ausbleichen. Helle Sorten können ihre Farbe nahezu völlig verlieren.
Grundsätzliches von Hybriden
Halbschatten: Ist nach wie vor für die meisten großblumigen Clematis die beste Platzierung im Garten, auf der Terrasse oder auch in Gefäßen auf dem Balkon.
Nur Halbschatten wäre zu einfach in der Erläuterung zur besten Platzierung von großblumigen Clematis. Es ist vielmehr die Temperatur in den Sommermonaten. Je kühler, umso besser für Ihre Clematis! Ein Platz im Garten, der von viel Grün, Sträuchern oder Bäumen umgeben ist, ist allemal besser als eine Hauswand, die sich im Laufe des Tages aufgeheizt hat.
Halbschatten definiert man mit ca. 4 – 5 Stunden Sonnenschein am Tag. Vormittags ist die Strahlung noch nicht so intensiv wie mittags oder am Nachmittag. Höhenlagen bieten auch einen kühleren Platz.
Clematis Hanaguruma
Clematis Andromeda
Schatten: Viele der großblumigen Sorten können sehr gut schattig gepflanzt werden. Das sind besonders die der Rückschnittgruppe 2. Es könnten Nordseiten von Häusern sein oder ein Schatten spendender Baum in der Nähe stehen. Das Gartenhäuschen oder der Flechtzaum zum Nachbarn bieten auch nach Norden gute Bepflanzungsmöglichkeiten. Hier bieten sich besonders die helleren Sorten an. Die Farben bleichen nicht aus und geben zudem eine gute Fernwirkung ab.
Sonne: Jedes Grundstück hat natürlich auch eine Sonnenseite oder sollte eine haben. Für viele Clematis Hybriden möglich, aber nicht ganz unproblematisch. Am besten werden hier die Sorten der Rückschnittgruppe 3 verwendet!
Handelt es sich vorwiegend um vollsonnige Standorte, etwa an einer Südterrasse dann sollte man besser die „Sonnenkinder“ unter den Clematis auswählen. Siehe: Clematis texensis, Clematis viticella, Clematis integrifolia oder Clematis orientalis, tangutica u. serratifolia.
Wohin am besten pflanzen?
Die meisten Clematis sind bekanntlich Kletterpflanzen und streben vorwiegend nach oben. Alles, was zum Klettern und Stützen Halt bietet wird auch als Kletterhilfen angenommen. Das können u.a. andere Gehölze, Rosen, Zäune, Obelisken oder Pergolen sein. Kreativität ist hier gefragt. Mehr dazu…
Erde und Substrat, Beschaffenheit:
Clematis lieben einen durchlässigen humosen nährstoffreichen Erdboden. Der PH-Wert sollte schwach sauer sein und zwischen 5,3 – 6,5 liegen. Bei PH-Werten um 7 oder höher besteht die Gefahr, dass Eisen (FE) festgelegt wird und die Clematis an Chlorrose leiden und unnatürlich vergilben.
Das Thema Torf bzw. torffreie Substrate oder torfreduzierte Substrate ist allgegenwärtig! Zuschlagstoffe wie Kompost, Rinde, Holzfasen, Kokosfasern, Bims, Perlite, Blähton und viele andere Materialien leisten hier gute Dienste. Ein Teil dieser Zuschlagstoffe, müssen auch als „problematisch“ angesehen werden, weil wichtige Nährsubstanzen (N-Stickstoff) den Pflanzen nicht oder nur ungenügend zur Verfügung stehen.
Seit einigen Jahren verarbeiten wir selbst torfreduziertes Substrat für die Anzucht unserer Clematis, mit Erfolg.
Gelb blühende Clematis, nichts Besonderes könnte man meinen, wenn nur die Farbe im Blickfeld ist. Die Farben reichen von Cremegelb, Goldgelb, Zitronengelb über weiß, bis schwarz! (C. tibetana Black Tibet)
Was zeichnet diese Clematis-Gruppe so besonders aus.
Clematis orientalis, tangutica und tibetana wachsen sehr stark und erreichen innerhalb eines Jahres Längen zwischen 3,50 bis 5,00 Meter. Perfekt um schnell Sicht.- und Windschutz zu erlangen. Der Naturschutz kommt nicht zu kurz, denn neben Insekten profitieren von dieser Clematis-Gruppe ganz besonders auch unsere heimischen Singvögel. Sie finden gute und geschützte Nistmöglichkeiten und polstern ihre Nester mit den silbrigen Clematis Fruchtständen aus. Sind heimische Singvögel erst etabliert, sorgen sie gleichzeitig dafür, dass Schadinsekten wie Blattläuse oder Raupen deutlich in Schach gehalten werden.
Absolut winterhart darf nicht unerwähnt bleiben! Sie stammen ursprünglich aus der Himalaja Region. Was die Bodenfeuchtigkeit angeht, muss auf jeden Fall Nässe vermieden werden! Das erreicht man besten mit einem durchlässigen humusreichen Erdboden.
Standort der Clematis orientalis Gruppe
Clematis Orange Peel
Je sonniger sie platziert werden können, umso besser ist es für die Blütenbildung. Bienen, Hummeln und andere Insekten lieben diese Clematis an sonnigen Plätzen, weil sie Pollen und Nektar liefern. Die Blüten sind Lampion förmig oder kugelig nach unter gerichtet. Einige haben dickfleischige Blütenblätter, (Tepalen), andere duften leicht nussig oder wachsartig.
Clematis Golden Tiara
Durch den intensiven Zu Flug von Bienen und Hummeln werden die Blüten bestäubt und bilden dann den auffälligen, silbrigen Fruchtschmuck aus. Der bleibt bis in den Winter erhalten.
Clematis orientalis, Clematis tangutica oder Clematis tibetana, unter dieser Bezeichnung finden wir heute zahlreiche Vertreter dieser Gruppe. Alle beginnen spät mit ihrer Blütezeit. Einige wenige blühen schon ab Mai andere fangen erst im August mit dem Blühen an.
Aus meiner Sicht ist das kein Nachteil, sondern ein wesentlicher Vorteil! Unsere Gärten sind im Spätsommer und Herbst oft dürftig mit blühenden Pflanzen bestückt. Da kommen diese Clematis gerade recht. Auch wenn die Blüten mit 3 – 4 cm klein sind, so erscheinen sie zu hunderten und erreichen eine gute Fernwirkung.
Diese kerngesunden Clematis werden nicht von Krankheiten befallen! Hin und wieder sind Wurzelausläufer zu beobachten. Der eine oder andere Sämling könnte sich im Garten etablieren, hier muss aufgepasst werden. Von invasiv kann hier noch nicht die Rede sein.
Durch das dichte und starke Wachstum kann es zum vorzeitigen Vergilben bzw. zum vorzeitigen Braunwerden der unteren Blätter kommen. Lichtmangel ist der Grund dafür und sollte Sie nicht beunruhigen!
Eine besonders interessante und vielfältige Clematis Gruppe.
Fällt der Begriff, Staudenclematis oder Clematis als Staude schaut man zuerst in fragende Gesichter. Wieso ist Clematis eine Staude? Man kennt sie vornehmlich als Schling- oder Kletterpflanze. Das ist für die meisten Clematis auch richtig, mit Ausnahme der Staudenclematis.
Was sind Staudenclematis
Hier einmal kurz zu Erinnerung in drei Sätzen: Stauden (Gartenstauden) sind winterharte, mehrjährige Pflanzen, die nicht oder nur wenig im unteren Pflanzenteil verholzen. Jeden Herbst sterben alle oberirdischen Pflanzenteile ab und das neue Wachstum im Frühjahr beginnt aus den vorhandenen Wurzeln, Wurzelstöcken, Knollen, Rhizomen oder den bodennahen Pflanzenteilen. Staudenclematis verhalten sich genauso und gehören nur bedingt zu den Schling- und Kletterpflanzen im wahrsten Sinne des Wortes.
Sie können nicht von selbst klettern, weil sie keine Blattstielranken haben, wie ihre kletternden, verholzenden Verwandten. Umso mehr sind diese Clematis auf besonderen Halt angewiesen. Im Bereich der Staudenclematis gibt es riesige Unterschiede in Wachstum, Aussehen, Blütenform, Belaubung und Wuchshöhe. Die niedrigsten Arten sind gerade mal ausgewachsen 30 cm hoch, andere hingegen können über zwei Meter hoch werden und übertreffen damit sogar manche kletternden Sorten!
Unter den Staudenclematis finden sich eine große Anzahl von duftenden Clematis! Diese Vielfalt ermöglicht Bereiche zu erschließen, die bisher wenig berührt wurden. Als Beispiel in Partnerschaften zu Rosen, Gehölzen oder Rhododendren. Gleichgültig ob große, alte Rhodos oder Zwergformen zum „Tragen kommen“. Das kann man auch wörtlich nehmen! Die meisten Staudenclematis sind leicht und wuchern nicht ins unermessliche. Einen großen Bereich aus den Staudenclematis kann man als Bodendecker verwenden. Sorten die ca. 40-80 cm hoch (bzw. lang) werden, können so gut eingesetzt werden.
In dieser Gruppe dominieren die Clematis integrifolia, mit den meisten Sorten. Hier treffen wir eine große Fülle an unterschiedlichen Blütenfarben und Blütenformen an.
Die entscheidenden Merkmale sind, dass sie nicht krank werden, sehr lange blühen und überaus winterhart sind! Viele von ihnen duften leicht und ziehen Insekten magisch an.
Nach der Blütezeit erscheint ein ansehnlicher Fruchtschmuck.
Eine Platzierung im Halbschatten oder an einem sonnigen Standort wäre optimal.
Eine gute Eignung für Gefäße sollte nicht unerwähnt bleiben. Eine ungeschützte Überwinterung im Freien ist bei Clematis integrifolia gut möglich.
Besonders interessant sind Clematis mandshurica (1,8 – 2,20m hoch) und Clematis mandshurica nana (1,2 -1,80 m hoch). Beide sind insektenfreundlich, haben weiße, duftende sternförmige Blüten, die in Massen erscheinen. Es werden wahre weiße Wolken gebildet. Das entgeht auch den Insekten nicht! Nach der Blütezeit werden Samen ausgebildet, die anthrazit bis schwarz ausreifen.
Eine weitere, kleinere Gruppe bilden die heracleifolia und tubulosa. Hier ist markant, dass alle duften, einige sehr stark. Deren Blütendolden ähneln Hyazinthen. Die Standorte können sehr unterschiedlich gewählt werden, denn sie erfreuen uns an sonnigen Plätzen genauso wie im Schatten oder Halbschatten. Die lange Blütezeit macht sie in unseren Gärten beinahe unentbehrlich!
Zahlreiche Staudenclematis, die nicht zu den integrifolia gehören, sind filigran, stark duftend, Stern förmig oder Krug förmig.
Eine Besonderheit in dieser Gruppe sind die Clematis jouiniana. Sie gelten als Spreizklimmer und werden als Halbsträucher bezeichnet. Die unteren 20 -30 cm dieser Clematis verholzen und sie ziehen nur bis hierher ein. Verschwinden folglich nicht ganz von der Bildfläche. Sie wachsen stark und können mehr als einen Quadratmeter erreichen, wenn man sie als Bodendecker verwendet. Geht man noch einen Schritt weiter, könnte man sie sogar zur Böschungsbefestigung einsetzen. Auch diese Clematis sind insektenfreundlich.
Der Name, Clematis texensis Gruppe, gibt schon Aufschluss über die Herkunft dieser Clematis. Bis auf wenige Ausnahmen stammen die meisten Clematisarten aus dem Südosten der USA. Dazu gehören u.a. Clematis addisonii, Clematis crispa, Clematis pitcheri, Clematis texensis, Clematis viorna und Clematis versicolor. Auch Clematis fusca gehört in diese Gruppe, stammt aber aus Ostasien. Botanisch gesehen, sind es kletternde Halbsträucher und haben mit den Staudenclematis einiges gemeinsam. Sie wachsen pro Jahr ca. 2,50 Meter, halten sich gut fest und blühen in Massen von Juni bis September. Zum Winter ziehen sie wieder ein. Alle Triebe sterben bis zum Erdboden ab. Jährlich erscheinen mehr und mehr neue Triebe, direkt aus dem Erdboden.
Nach der Blütezeit erscheinen die attraktiven Früchte, die zum Teil sehr skurril anmuten.
Durch zahlreiche Kreuzungen mit anderen Clematis – (Gruppen) sind wahrlich „Gartenschätze“ entstanden. Die Blütenformen erinnern an Tulpen, Urnen oder Glöckchen. Die Blüten sind sehr unterschiedlich groß und reichen von 2,00 cm bis 8,00 cm. Das Farbspektrum bewegt sich vorwiegend im zarten Bereich von, Rot-rötlich, Magenta, Rosa bis hin zu Lachs.
crispa Niccytex.Gravetye Beautytexensis Maximatex.Peveril Profusion tex. x viorna Kaiu
Überwältigt von dieser Blütenfülle stehen so manche Gartenbesucher vor diesen Pflanzen und können es kaum glauben, dass es sich hierbei auch um eine Clematis handelt!
Standort der texensis Gruppe
Der Standort sollte auf jeden Fall sonnig sein! Clematis dieser Gruppe vertragen auch große Hitze und können sehr gut im Gefäß kultviert werden. Trotz großer Toleranz auf Wärme, benötigen sie dennoch eine gute Wasser- und Nähstoffversorgung. Der Standort sollte nicht zu geschützt oder eingeengt gewählt werden, denn das beugt Mehltaubefall vor.
Der eine oder andere Experte zweifelt die gute Winterhärte an. Das stimmt so nicht! Ich kann das nicht bestätigen, denn in all den Jahren habe ich auch in den strengsten Wintern keine einzige Clematis texensis verloren und das völlig ohne Winterschutz!! Clematis texensis sind sehr wertvolle Clematis mit hohem Zierwert.
Einige Züchtungen und Kulturformen bringen mächtige Pflanzen mit enormer Wuchs- und Blühleistung hervor. Andere sind dagegen klein, zierlich und wirken sehr filigran.
Man muss gerade hier bei dieser Familie schon genau nach den Wuchseigenschaften schauen, um späteren Überraschungen vorzubeugen. Die Einteilung in die Schnittgruppe 3 begrenzt den Pflegeaufwand und ist leicht zu händeln.
Wichtig zu wissen!
Die Clematis der texensis- viorna Gruppe treiben im Frühjahr deutlich später aus als andere Clematis. Im April sind in unseren Gärten Clematis anderer Gruppen schon deutlich sichtbar und haben einen Vorsprung von 30 cm bis 60 cm oder mehr. Voller Ungeduld schaut man nach den Texensis und es tut sich nichts (noch nichts), sind sie verfroren? Nein! Es wird meistens Anfang Mai, bis das erste Lebenszeichen sichtbar wird. Die jungen und noch weichen Triebe kommen direkt aus dem Erdboden und wachsen unaufhörlich und schnell. 4-5 Wochen später erscheinen die ersten Knospen und kurz danach die Blüten.
Die Gruppe der Clematis viticella ist in den vergangenen Jahren um viele Sorten deutlich angewachsen, zu Recht, denn die Resistenz gegenüber der gefürchteten Clematiswelke (Phoma) ist unübertroffen. Clematis der viticella Gruppe sind absolut winterhart und blühen in den Hauptsommermonaten von Juni bis September. Die Blüten sehen, wie kleine Clematis-Hybriden aus, obgleich es Blütengrößen um die 10 cm, oder mehr, Durchmesser gibt. Die Anzahl der Blütenblätter variiert von 4, 5 bis 6-7. Es gibt auch gefüllte Blüten mir einer Anzahl von mehr als 100 Blütenblätter.
Warum ist besonders die Clematisgruppe der viticella so gefragt und erfolgreich?
Die Antwort ist einfach: Jeder kann bei den Clematis viticella einen Erfolg verbuchen!
Selbst dann noch, wenn ohne dem „Grünen Daumen“ gegärtnert wird.
Kultur- oder Standortfehler können weitgehend ausgeschlossen werden und stellen nur eine Ausnahme dar. Die gesunden und widerstandsfähigen Clematis viticella wachsen in jedem Gartenboden und vertragen sonnige, halbschattige oder auch eingeschränkt schattige Plätze.
Trockenperioden überstehen sie zwar ohne Weiteres, die Blüten werden dann aber deutlich kleiner und die Blütezeit fällt erheblich kürzer aus. Wenn das Gegenteil einmal eintritt und Clematis viticella 1 – 2 Wochen im Wasser stehen, schadet es den Viticellas nicht.
Wetterkapriolen, die immer häufiger auftreten, können Clematis viticella nichts anhaben!
Mit ihren wetterfesten Blüten erfreuen sie jeden Garten-, Terrassen- oder Balkonbesitzer. Balkon oder Terrasse sind die Stichworte: Clematis viticella können sehr gut in Kübel und Gefäßen auf der Terrasse oder Balkon kultiviert werden. Hierbei ist auch eine Überwinterung gut im Freien möglich. Zusätzlicher Winterschutz ist meistens nicht nötig, es sei denn, dass die Temperaturen längere Zeit unter 15° Minus bleiben.
Wetterfest heißt nicht nur regenfest, es heißt auch, sie vertagen eine ganze Menge Wind, der sollte aber nicht ständig wehen. In diesem Zusammenhang sollten Windschleusen besser gemieden werden. Ende der Sommersaison kann sich etwas Mehltau an den Blättern oder Blüten einstellen. Man muss deshalb nicht sehr beunruhigt sein, den mit dem Rückschnitt im November-Dezember entfernt man das infektiöse Material.
Clematis viticella Alba Luxurians
Alle Clematis viticella eignen sich als Partner zu: Kletterrosen, Strauchrosen, Rhododendren, Ahorne, Perückensträucher, Magnolien, Korkenzieherhasel und weitere Gartengehölze, sowie zahlreiche Nadelgehölze. Die Wuchslänge oder die Wuchshöhe bei Clematis viticella liegt bei ca. 2,50 Meter und ein gewisser Sichtschutz wird dabei immer erreicht.
Die Wuchshöhe von ca. 2,50 Meter bezieht sich auf das Wachstum in einer Saison!
Die heute üblichen Holz-Trennwände von 1,80m x 1,80m werden in zahlreichen Formen und Farbvarianten angeboten. Da bieten sich besonders die Clematis viticella mit ihren vielen Farben und Formen als Bepflanzung an.
Als typische Vertreter der Rückschnittgruppe 3 schneidet man Clematis viticella jährlich tief herunter. Das sind 20 – 50 cm über dem Erdboden. Der Zeitpunkt liegt in der Ruhephase zwischen November und Februar, an frostfreien Tagen.
Jeder kennt Clematis montana rubens. Wenn etwas über und über im Mai rosa blüht, dann kann es nur eine Clematis montana sein. Ganze Bäume werden überwachsen oder Zäune sind darunter verborgen.
Jahrzehnte beherrschte Clematis montana rubens das Gesamtbild, denn es gab in diesem Bereich nur die eine rosa Sorte. Das es auch weiße montana gab, blieb weitgehend verborgen.
Clematis montana Jenny Keay
Heute sind wir froh darüber, dass sich das geändert hat. In den letzten Jahren hat das Sortiment der Clematis montana deutlich zugenommen. Nicht nur die Farben sind reichhaltiger geworden, auch an den Wuchsformen gibt es interessante Neuerungen. Neben einfach blühenden Sorten gibt es auch gefüllte oder halbgefüllte Blüten. Bemerkenswert ist aus meiner Sicht eine Züchtung aus Neuseeland. Clematis montana `Jenny Keay´, den sie wird nur 2 Meter hoch! Ungewöhnlich für eine Clematis montana, die in der Regel deutlich über 5 Meter hinauswachsen.
Das Farbspektrum wird nach wie vor von verschiedenen rosa Farbtönen beherrscht. Jetzt geht das Farbspektrum zusätzlich von weiß, creme, dunkelrosa bis rot. Auch die Blütengrößen sind bei einigen Sorten deutlich über die ehemaligen 4-5 cm Durchmesser hinausgegangen. Die meisten Clematis montana duften. Sie verströmen Vanille- oder Schokoladenduft.
Clematis montana mit ihren Sorten, sind bei Gartenbesitzer sehr beliebt, die ein schnelles Wachstum benötigen oder bevorzugen. Viele von diesen Sorten schaffen in einer Saison über fünf Meter. Clematis montana haben einen besonderen Drang nach oben. Wo sie etwas Halt bekommen, wachsen sie empor oder entlang. Da kann ein Gartenzaun schon in Kürze zugewachsen sein. Wo es nicht nach oben geht, wächst sie schließlich waagerecht. Bei der Auswahl des Standortes ist es nicht unerheblich, wohin sie gepflanzt wird! Clematis wachsen ausschließlich in Windrichtung!! Die Wuchsrichtung wird nicht nur allein vom Wind bestimmt, sondern auch von den Lichtverhältnissen.
Bleibt noch zu erwähnen, dass ein plötzlicher Wintereinbruch, in manchen Regionen Deutschlands, den Clematis montana stark zusetzen kann! Das Ausreifen der Triebe, die sich noch im vollen Saft befinden, kann empfindlich gestört werden. Ein etwas trockener Standort ist hier hilfreich und bremst auch ein übermäßiges Wachstum.
Wie schon bei den großblumigen Clematis beschrieben, gibt es erhebliche Unterschiede, was die Standortansprüche angeht. Das gilt ganz besonders für die verschiedenen Clematis-Gruppen, der botanischen Arten und deren Sorten.
Ich beginne hier mit der Gruppe der alpinen Clematis. Dazu gehören: Clematis alpina, Clematis macropetala, Clematis sibirica, Clematis fauriei, Clematis koreana und Clematis ochotensis.
All diese Clematis werden unter dem Begriff, atragene Clematis, zusammengefasst. Diese grundsätzliche Zusammenfassung erleichtert uns in vielerlei Hinsicht die Handhabung und Pflege.
Dies zeichnet die Gruppe der atragenen Clematis besonders aus:
Clematis alpina Pamela Jackman
Sie ist ausgesprochen winterhart und kann quasi niemals verfrieren. Temperaturen unter -25° sind kein Problem, auch Temperaturen darunter. Als Hochgebirgs-Clematis nur verständlich. Atragene Clematis sind vorwiegend auf der nördlichen Hemisphäre beheimatet, von Europa bis Ostasien.
Die Blütezeit beginnt in unseren Gärten schon sehr früh im April. Bei vielen Arten oder Sorten erscheint eine Nachblüte im Spätsommer. Einige blühen sogar den ganzen Sommer hindurch, besonders die Clematis koreana.
Diese Gruppe zeichnet sich für schattige und zugleich Trockene Standorte aus. Längere Trockenperioden sind kein Problem! Nässe hingegen vertragen sie nicht.
Fruchtschmuck
Eine ideale Verwendung bietet sich für Zäune an, denn die Atragenen Clematis wachsen gerne waagerecht.
Nach der Blütezeit werden Früchte gebildet, die einen besonderen Zierwert mit sich bringen.
Um Clematis optimal in Szene zu setzen sind hier einige Tipps aufgeführt, die ich meinen Kunden und Besuchern meiner Webseite, vorstellen möchte.
Die meisten Clematis sind Kletterpflanzen, das ist bekannt. Sie benötigen also eine Rankhilfe. Wie kann ich selbst zur Optimierung beitragen und Fehler bei der Gestaltung von vornherein vermeiden.
Blattstielranke
Clematis halten sich an allem fest, was mit ihren Blattstielranken erreichbar ist und somit als Rankhilfe dient. Diese Blattstielranken benötigen nur einige Stunden von der Berührung bis zur Umklammerung. Das Material der Rankhilfe sollte möglichst dünn sein. Ideal ist eine Stärke von 2 – 15 mm, sodass 1 – 2 Umwindungen möglich sind. Clematis sind auch in der Lage sich an stärkerem Material festzuhalten. Es besteht dann die Gefahr, dass sie regelrecht „abrutschen“ können. Natürliche Materialien aus Holz sind am besten geeignet, weil ein starkes Aufheizen bei direkter Sonneneinstrahlung vermieden wird. Metallische Gegenstände können in Südlagen leichte Verbrennungen an den Blattstielranken nach sich ziehen. Das fortschreitende Wachstum wird dennoch nicht beeinträchtigt.
Glatte Rankhilfen müssen den Clematis immer Querhölzer oder Querdrähte bieten, damit sie nicht herunterrutschen können. Maschendrahtzäune oder Doppelstabmatten-Zäune sind perfekte Kletterhilfen besonders dann, wenn sie beschichtet sind. Ideal ist z.B. auch eine Glieder- oder Ösen Kette. Die ist als Meterware für wenig Geld zu bekommen. Oben und unten befestigt und gespannt, fertig ist die Rankhilfe. Es gibt unzählige vorgefertigte Kletterhilfen in Gartencentern, da ist für jeden Geschmack sicher etwas dabei. Der Abstand zur Wand muss großzügig gewählt werden, mindestens 7 cm.
Aus eigener Produktion
Aus eigener Produktion fertigen wir Obelisken und Staudenhalter für Clematis an! Diese sind fest verschweißt aus 6 oder 8 mm Rundstahl. Unsere Obelisken sind modulare „Alleskönner“, wenn sie zu Arkaden, Laubengängen oder Portalen zusammengefügt werden. Verschiedene Höhen und Breiten sind möglich. Auch individuelle Maße sind möglich, ohne Aufpreis! Die Obelisken erhalten Sie vor Ort in unserer Gärtnerei. Wir können Ihnen auf Wunsch auch Obelisken zu unseren Gartenfestivals mitbringen. Sie können diese bei uns vorbestellen.
Hier einige Beispiele von unterschiedlichen Kletterhilfen.
Blattstielranke
Blattstielranke
Vorgefertigte Rankgitter
Weinrebe als Rankhilfe
Weideniglu
Rankspalier
Rankhilfe, wenig Wandabstand
Kiefer als Kletterhilfe
Draht an Ösen gespannt
Draht horizontal gespannt
Maschendrahtzaun
Zaunelement mit Wandabstand
optimaler Abstand zur Wand
Doppelstabmattenzaun
Vorgefertigte Rankhilfe
Kreative Rankhilfe
Ösenkette als Rankhilfe
Obelisken, eigene Fertigung
Portal aus Obelisken
Akaden aus Obelisken
Spielplatz Klettergerüst
Verzinkte Baustahlmatte
Pfahl mit Estrichmatte
Ranknetz aus Stricken
C. ‚Arabella‘ mit Staudenhalter
Stützen für Staudenclematis
Clematis Arabella
Ringförmige Staudenstütze
Helix Spirale
Helix Spirale
Kletterrosen u. Obelisken
Staudenhalter
Staudenhalter Funktion
Staudenhalter Pyramide
Weidenpyramide
rustikaler Obelisk
Sträucher als Kletterhilfe
C. int. Arabella ohne Kletterhilfe
C. jou. praecox bodendeckend
C. Sander bodendeckend
abgestorbener Holunder als Kletterhilfe
Staudenclematis verfügen nicht über Blattstielranken und können sich nicht von selbst festhalten! Sie benötigen am besten eine ringförmige Stütze, die der genetischen Wuchshöhe der Sorte entspricht. Das ist bei unseren Staudenclematis sehr unterschiedlich. Die niedrigen Sorten erreichen z.B. nur 30-40 cm Höhe. Die hohen Staudenclematis können sogar die 2 Meter Höhe überschreiten. Vergewissern Sie sich vorher, wie hoch die neue Staudenclematis wird, damit die „Stütze“ nicht zu niedrig gewählt wird. Ringförmige Stützen leisten sehr gut Dienste. Die Maschen dürfen nicht zu eng sein, schließlich darf die Staudenclematis nicht völlig eingesperrt werden! Sind Zierelemente oder Zierspitzen an Obelisken vorhanden, dann dürfen diese gerne etwas höher sein als die Endhöhe der Clematis. Das Zierelement wird später so nicht verdeckt. Andere Pflanzen können gute Dienste zum Halten und Stützen leisten. Ein Geäst von Gehölzen oder Rosen, bietet genügend Halt für Staudenclematis.
Alle Clematis wachsen grundsätzlich in Windrichtung, dass ist unbedingt bei einer Neuanpflanzung zu beachten und spart später viel Arbeit beim Aufbinden, entzerren oder Wuchsrichtung korrigieren! Dieses gilt für Staudenclematis und alle kletternden Clematis gleichermaßen! Pflanzt man auf die Luvseite (dem Wind zugekehrte Seite), dann erleichtert das künftig Einiges. Zudem erschwert ein luftiger Standort Pilzkrankheiten sich zu etablieren.
Clematis int. ‚Arabella‘
Steht weder eine Kletterhilfe noch ein geeignetes Gehölz zur Verfügung, bleibt nur bodendeckend zu wachsen. Das kann mit vielen Staudenclematis sehr reizvoll sein, wie hier am Beispiel mit Clematis integrifolia Arabella zu sehen ist. Geht man noch einen Schritt weiter, dann können Clematis auch flächendeckend genutzt werden. Starkwachsende Sorten wie C. jouiniana praecox oder C. jouiniana Sander können einige Quadratmeter bedecken. Das geht so weit, dass Wildkräuter kaum eine Chance haben. Böschungen oder Erdwälle können sogar befestigt werden, denn dort wo die Triebe auf dem Erdboden aufliegen, werden Wurzeln gebildet.(siehe auch Vermehrung Bodenabsenker)
Clematis sind Hahnenfuß-Gewächse, (Ranunculaceae) Dazu gehören u.a. auch Anemonen, Rittersporn, Christrosen, Leberblümchen oder Akelei. Die meisten, weltweit verbreiteten Clematis, sind verholzende mehrjährige Kletterpflanzen. Ausnahmen bilden die Staudenclematis und jene Clematis, die als Halbsträucher eingeordnet werden müssen.
Wie sehen die Früchte von Clematis aus?
C. viorna Liviana
C. viorna Tamakazura
C. tex. Máxima
C. tex. Princess Diana
C. tex. Typ -C-
C. crispa Niccy
C. glaucophylla
C. tang. Lambton Park
C. orient. Bill Mackenzie
C. int. Ember
C. cylindrica Swedish Bells
C. florida botanische Art
C. florida bot. Art im Winter
C. koreana Dusky
C. koreana Blue Eclipse
C. Jeanne’s Pink
C. Agnessa
C. Agnessa
C. Maria Louise Jensen
C. turkestanica
C. vit. Brianna
Nicht nur die Blüten der Clematis sind sehr schön und vielfältig, dieses trifft auch für die Früchte zu. Sie haben einen besonderen Reiz. Es gibt bizarre, glänzende oder kugelrunde Formen darunter. Sie scheinen aus einer anderen Welt zu stammen. Genau hinschauen lohnt sich. Beeindruckende Bildmotive erschließen sich dem Hobbyfotografen!
Schon während, oder gleich nach der Blütezeit erscheinen die Früchte, die man als Schnittblumen in kleinen Sträußen nutzen kann. Auch in der Trockenbinderei, zu Advent, können die Früchte gut verwendet werden.
Botanisch gesehen sind die Clematis-Früchte eine bedecktsamige Nuss (Nüsschen). Es wird eine wollige Kugelform gebildet, an denen die Samen außen angeordnet sind. Auch der Naturschutz kommt nicht zu kurz. Unsere heimischen Singvögel nutzen die wolligen Flughärchen an den Samen, als Polstermaterial zur Brutaufzucht, in ihren Nestern.
Gibt es heimische Clematis und wo kommen sie ursprünglich her?
Europa, SüdosteuropaAsien, vorwiegend HimalayaUSA
Unsere heimischen Clematis sind: Clematis alpina, Clematis recta, Clematis vitalba und Clematis viticella (eingebürgert). Clematis kommen im gemäßigten Klima auf der nördlichen Erdhalbkugel vor und sind vorwiegend in Gebirgsregionen Asiens verbreitet. Die meisten Clematis sind winterhart! (Ausnahmen finden sich in der Sondergruppe.)
Ja, es gibt viele duftende Clematis, aber nur bei wenigen Arten ist der Duft sehr ausgeprägt oder intensiv. (z.B. Clematis flammula oder Clematis montana). Meist ist der Duft nur schwach ausgeprägt, süßlich, fruchtig oder vanilleartig. Einige Clematis montana duften intensiv nach Vanille oder Schokolade.
Sind Clematis bienenfreundlich?
Hummeln an Golden TiaraWildbienen an C. CassandraHonigbienen an C. viornaWildbienen an C. Hybriden
Viele Clematis sind insekten- und bienenfreundlich. Besonders die kleinblumigen Arten werden gut von ihnen besucht. Unterschiede bestehen darin, dass einige Clematis sowohl Pollen und Nektar liefern, andere hingegen nur Pollen. Bienen, Hummeln und andere Insekten benötigen für ihre Ernährung Nektar = Kohlenhydrate. Pollen = Eiweiß wird vorwiegend für die Aufzucht der Larven benötigt. Alle Clematis, die Samenständeausgebildet haben, wurden auch vorher von Insekten bestäubt, logisch!
Warum sind Clematis Blüten teils gefüllt, halbgefüllt oder einfach blühend?
Clematis Patricia Ann FretwellClematis Patricia Ann FretwellClematis Grefve Erik RuuthClematis Grefve Erik Ruuth
Genetisch sind Clematis in der Lage auch gefüllte Blüten hervorzubringen. Das trifft besonders auf die großblumigen Clematis Hybriden zu, deren Ursprung sich in Ostasien befindet. Züchtungen aus drei Clematis Arten sind hier besonders beteiligt. Clematis florida, Clematis patens und Clematis lanuginósa. Clematis florida blühen u.a. auch an jungen Trieben gefüllt, vornehmlich im Sommer bis zum Herbst. Clematis patens und lanuginósa, sowie Kreuzungen untereinander, blühen bereits im Frühjahr oder Frühsommer gefüllt und erneut im Spätsommer, meist ungefüllt oder halbgefüllt. Ausnahmen gibt es auch, die in beiden Perioden gefüllt blühen. Die zum Teil dicht gefüllten Frühjahrsblüten erscheinen an Kurztrieben aus dem vorjährigen Holz. Im Herbst und der anschließenden Winterruhe werden die gefüllten Blütenknospen angelegt. Je günstiger und länger die Winterruhe ist, umso dichter fällt die gefüllte Blüte im Frühjahr aus! Die zweimal blühenden Sorten gehören alle zur Rückschnittgruppe 2
Was ist luxurieren bei Clematis?
Clematis vit. Alba LuxuriansClematis Kiri Te KanawaClematis YukiokoshiClematis Andromeda
Einige Clematis Sorten luxurieren mehr oder weniger stark. Das wird oft als krank oder unnatürlich fehlgedeutet. Es ist eine natürliche Erscheinung, die von der Sorte und der Temperatur abhängig ist. Gefüllt blühende Clematis neigen stärker als einfach blühende Sorten zum Luxurieren. Besonders bei vielen Clematis viticella ist das sehr ausgeprägt. Bei Clematis viticella `Alba Luxurians´ ist das „Luxurieren“ schon Bestandteil des Namens. Es ist bei hellen Sorten und kühlen Temperaturen deutlicher sichtbarer als bei dunkleren Sorten. Gelegentlich erscheinen auch nur sehr wenige grüne „Sprenkel“, wie bei C. Andromeda zu sehen ist.
Eine völlige Farbveränderung ist ausgeschlossen. Die Farbe lässt etwas nach, wenn: Extrem hohe Temperaturen herrschen oder wenn die Ernährung vernachlässigt wurde. Bei Lichtmangel kann ebenfalls die Farbe beeinträchtigt werden.
Mutationen von Clematis
C. terniflora robusta, hier keine MutationC. vit. Amanda Marie, BlattmutationAbb. 3 C. Königskind BlauAbb. 4 C. Remembrance
Es kommen immer wieder Fragen auf, ob meine Clematis wohl krank sei? Da werden die Blätter entlang der Hauptadern weißlich, andere Blätter sind panaschiert oder einige Blütenblätter weisen eine andere Farbe auf. Ein Großteil dieser Erscheinungen sind Mutationen, was auf eine Veränderung im Erbgut zurückzuführen ist. Ich habe in meiner langjährigen Praxis mit Clematis, unter anderem diese beiden Farbmutationen entdeckt. Abb. 3 zeigt C. Königskind Blau mit einem kleinen Anteil Rosa. So ist hier eine neue Sorte entstanden. (Rosa Königskind) Sie hat die gleichen Eigenschaften wie ihre blaue Vorgängerin. Die Abb. 4 zeigt C. Remembrance mit Blütenblättern von C. Comtesse de Bouchaud. Diese Mutation ist in Großbritannien entstanden. Beide Sorten haben identische Eigenschaften, in diesen beiden Fällen weicht nur die Farbe deutlich ab.
Mutationen können auch bei Clematis-Blattformen auftreten, das bleibt oft unbemerkt. Nicht zu verwechseln mit unterschiedlichen Blattformen an ein und derselben Pflanze. Das kommt bei vielen Clematis ständig vor.
C. RooguchiC. RooguchiJugendform C.vitalbaAltersform C.vitalba
Blattveränderungen bei Clematis
Unsere heimische Clematis vitalba hat zwei verschiedene Blattformen. Hier gibt es eine Jugend- und eine Altersform. Junge Pflanzen haben stark „gesägte“ Blätter, während ältere Pflanzen „ganzrandige“ Blätter aufweisen. Die Altersform setzt mit Erreichen der Blühfähigkeit im dritten Jahr ein, wenn die Vermehrung durch Aussaat vorgenommen wurde!
Liegt eine vegetative Vermehrung vor, (z.B. durch Stecklinge) bei den meisten Clematis ist das der Fall, dann ist nur noch die Altersform sichtbar. Die Jugendform liegt schon lange zurück und nur der Züchter hat jemals die Jugendform gesehen.
Standorte von Clematis
C. Albina Plena liebt SchattenC. Mme J. Correvon für Sonnetexensis lieben es sonnigHelle Hybriden für Schatten
Es gibt nicht den perfekten Standort für alle Clematis gleichermaßen! Hier muss generell unterschieden werden welche Bedürfnisse die Heimatstandorte der einzelnen Clematis Arten vorgeben. Deshalb sollten Sie den Standort bei der Pflanzung gut auswählen.
Wie schon erwähnt, sind Clematis fast weltweit beheimatet und je nach Ursprungsgebiet sollten sie hier in unseren Gärten auch behandelt werden. Die meisten Clematis lieben einen kühlen und luftigen Standort im Halbschatten.
Das alte Klischee „Fuß im Schatten, Kopf in der Sonne“ ist nur bedingt gültig. Die Clematis viticella, orientalis und texensis lieben einen sonnigen Platz. Clematis alpina, koreana und alle atragenen Clematis gedeihen sehr gut im Schatten.
Die meisten großblumigen Clematis Hybriden können gut an einem halbschattigen oder schattigen Standort platziert werden. Zum Standort selbst gehört auch ein humusreicher, durchlässiger Erdboden, der muss ggf. entsprechend angepasst oder verbessert werden. Hinweis: Helle oder weiße Clematis sind im Schatten sichtbarer als dunklere!
Sind Clematis sehr empfindlich?
Paul Farges unverwüstlichC. intergrifolia immer präsentviticella resistent geg. WelkeGolden Tiara wächst, wächst..
Die meisten Clematis sind robust und pflegeleicht. Die Ausnahme stellen die großblumigen Clematis dar. Sie gelten allgemein als empfindlich, wenn es um die gefürchtete Clematis Welke geht! Das hat verschiedene Gründe. Clematis kommen auf vielen Kontinenten vor und haben je nach Herkunft sehr unterschiedliche Standortansprüche. Wer das schon im Vorfeld beherzigt, kennt keine empfindlichen Clematis. Grundsätzlich: Je kühler desto besser!
Gibt es immergrüne Clematis?
Clematis armandii AppleblossomClematis Early SensationClematis Christmas SurpriseClematis armandii Snowdrift
Die Antwort ist ja, es gibt einige immergrüne Clematis. Sie stammen vornehmlich aus mediterranen Klimazonen (auch aus Neuseeland) und benötigen hier bei uns etwas Winterschutz. Als Ausnahme sind Clematis armandii anzusehen, sie vertragen am meisten Frost (bis minus 15°).
Ist Winterschutz erforderlich?
JutesäckeReetmattenKeller KasematteDachüberstand zur HauswandWinterschutzbeispiele bei Kübelbepflanzung
Winterschutz ist nur bei einigen Clematis notwendig.
Wie alt können Clematis werden?
C. Cartmanii Joe (Neuseeland)Clematis montana AlbaClematis jouiniana praecoxClematis vitalba Stamm
Clematis können zwischen 70 und 140 Jahre alt werden. Die neuseeländischen immergrünen Clematis leben deutlich kürzer und kommen nur auf 20-25 Jahre. Ein vergleichbares Alter erreicht auch nur unsere südeuropäische Clematis flammula. Sie bleibt in unseren Gärten dennoch über Jahrzehnte präsent, weil durch den reichen Samenansatz, neue Sämlinge sich an Ort und Stelle unbemerkt etabliert haben!
Warum blühen meine Clematis nicht?
Rückschnittzeitpunkt falschSpitzentriebe abgefressenstark bedrängt d. andere Pflanzenzu viele Grundtriebe
Es gibt Gründe dafür, dass Clematis nicht oder nicht mehr blühen und was kann dagegen getan werden. Falscher Zeitpunkt beim Rückschnitt ist eine Ursache und bezieht sich ausschließlich auf die Clematis montana, alpina mit ihren Verwandten und alle immergrünen Clematis. (siehe Ratgeber Rückschnitt)
Eine weitere sehr verbreitete Ursache ist ein Missverhältnis zwischen Wurzelmenge und Anzahl der Triebe. Hier sind besonders großblumige Clematis zu nennen, bei denen sich nach dem 2. oder 3. Standjahr übermäßig viele Triebe ausbilden, diese werden sehr dünn und dadurch können keine Knospen und Blüten entwickelt werden. Diese Triebe beschatten sich gegenseitig und werden schließlich im unteren Bereich gelb und dann braun. Abhilfe kann durch Entfernen von zwei Drittel aller Triebe erfolgen, die Bodennah abgeschnitten werden müssen. Die verbliebenen Triebe werden deutlich stärker und werden wieder blühfähig. C. Miss Bateman ist ein typisches Beispiel für diese Erscheinung.
Sind Clematis von anderen Pflanzen in der direkten Nachbarschaft sehr bedrängt, kann das auch zu negativen Folgen auf das Blühverhalten führen. Spätfröste im April oder Mai können Knospenansätze von der Gruppe montana derart schädigen, dass keine Knospen oder Blüten mehr sichtbar werden können.
Akuter Wassermangel kann bei sommerblühenden Clematis dazu führen, dass sie nicht oder nur spärlich zur Blüte kommen. Ähnliche Erscheinungen gibt es auch bei Nährstoffmangel.
Schädlinge können die Knospen abfressen oder schädigen. Hierfür sind Schnecken, Ohrwürmer oder auch Mäuse verantwortlich.
Muss ich mich an die Schnittregeln halten?
Clematis zu anderen GehölzenHuldine unten verkahltmontana überwächst ständigMme le Coultre partiell verkahlt
Nicht zwingend, man kann Clematis auch “wild wachsen“ lassen. Sie werden dann Zusehens im unteren Bereich unansehnlicher und verkahlen mehr und mehr. An einigen Stellen im Garten stört das sicher nicht. Auf das Blühverhalten hat ein fehlender Rückschnitt wenig Einfluss. Ohne Rückschnitt werden leider auch „die Vorjahreskrankheiten und Schädlinge“ mit übertragen. Fazit: Richtiger Rückschnitt hält eine Clematis gesünder, wüchsiger und vitaler.
Vertragen sich Clematis mit anderen Pflanzen?
Clematis Mix mit Gartenstaudenin Kombination mit KletterrosenClematis zu PyracanthaClematis & Blütengehölze
Vertragen sich Clematis mit anderen Pflanzen? Clematis vertragen sich mit den meisten anderen Pflanzen und können sogar sehr gut kombiniert werden. Es gibt unzählige Möglichkeiten, wenn man folgendes beachtet. Die Wuchshöhe und die Blütezeit müssen bei einer Kombination aufeinander abgestimmt werden. Unterschiedliche oder ähnliche Farben sollten miteinander harmonieren und die Lichtansprüche beider Partner sollten aufeinander zugeschnitten sein. Um Wurzeldruck zu vermeiden kann man Flach- oder Tiefwurzler gezielt einsetzen. Bei Kombinationen mit blühenden Pflanzen stellt sich die Frage: Blütezeit zusammen oder getrennt voneinander? Kontrast oder Ton in Ton? Es ist wichtig daran zu denken, dass der Hintergrund eine entscheidende Rolle bei der Farbzusammenstellung spielt. Helle Blüten haben eine bessere Fernwirkung als dunkle Blüten.
Kann ich unter einem Baum pflanzen?
Clematis HybridenClematis viticellaRankhilfe im BaumRhizomsperre
Hier sind nur einige wenige Clematis geeignet. Der Bereich unter einem Baum ist naturgemäß schattig und trocken. Am besten sind Clematis der Gruppen alpina, montana und vitalba (Paul Farges)geeignet. Sind Bäume lichtdurchlässig kann die Auswahl deutlich erweitert werden. Erfolgversprechend ist eine Rhizomsperre mit einzuarbeiten, um die Wasser- und Nährstoffversorgung zu erleichtern. Praxistipp vom Experten: Wenn möglich, pflanzt man am besten auf die Seite des Baumes, die dem Wind zugewandt ist (Luvseite). Das erspart viel Befestigungsarbeit. Obgleich alle Clematis zum Licht wachsen, hält jeder Wind/Sturm dagegen. Die Windrichtung zu beachten ist wichtig bei einer Pflanzung. Gilt nicht nur an Bäumen, sondern auch an Zäunen, Torbögen oder Obelisken usw.
Kann ich eine ältere Clematis umpflanzen?
Teilung einer älteren Staudenclematis
Wurzelballen einer Altclematis
Die Antwort auf diese Frage lautet: Ja das ist möglich und folgendes ist zu beachten. Der beste Zeitpunkt hierfür ist die Winterruhe von November bis Februar. Die umzupflanzende Clematis muss hierfür sehr stark zurückgeschnitten werden. Es ist besonders darauf zu achten, dass so viele Wurzeln wie möglich erhalten bleiben. Wenn das nicht möglich sein sollte, übersteht die Clematis diese Prozedur trotzdem! Je nach Alter und Größe wird auf 20-80 cm zurückgeschnitten und zügig an die neue Stelle gesetzt. In dem anschließenden Jahr bleibt das Wachstum deutlich zurück und stellt sich erst in einem Jahr später wieder ein. Das verlorengegangene Wurzelwerk muss sich erst wieder entwickeln. Ältere Staudenclematis können jetzt gut geteilt werden.
Kann ich an dieselbe Stelle erneut eine Clematis pflanzen?
Clematiswelke bei botanischen Arten
Welke bei großblumigen Hybriden
Grundsätzlich ist das möglich! Eine Bodenmüdigkeit, wie man es z.B. von Rosengewächsen kennt, gibt es bei Clematis nicht. Eine erneute Pflanzung an derselben Stelle sollte unterbleiben, wenn vorher eine Clematis an Welke erkrankt war und daran zu Grunde gegangen ist. Das betrifft ausschließlich großblumige Clematis Hybriden. Eine erneute Infektion ist dann sehr wahrscheinlich. Viele kleinblumige Clematis können an dieser Stelle erneut gepflanzt werden. Bodenaustausch ist hilfreich, wird aber meist überbewertet. Die meisten kleinblumigen Clematis sind resistent gegen Clematis Welke, viele sind sogar immun gegen diese gefürchtete Krankheit. Bei einigen botanischen Arten beschränkt sich die Infektion auf punktförmige, unregelmäßige Blattflecke, die latent auftreten können. Diese Clematis sterben nicht daran. Mehr erfahren über Krankheiten und Schädlinge in unserem Ratgeber!
Clematis können sehr schnell wachsen. Es sind bei einigen Sorten bis 20 cm Längenwachstum an einem Tag zu erreichen. Clematis montana und Clematis vitalba wachsen am schnellsten. Niedrige Clematis wachsen deutlich weniger und kommen auf 2-5 cm pro Tag. Das hier zitierte Wachstum stellt sich nach ca. 3 Jahren ein, wenn die Clematis gut eingewachsen ist und sich ein ausgedehntes Wurzelwerk gebildet hat. Jüngere oder neu gepflanzte Clematis können das noch nicht erreichen. An dieser Stelle weise ich besonders auf den Rückschnitt Nr. 3 hin.
Dazu folgendes Beispiel: Eine Clematis viticella, mit einer jährlichen Wuchshöhe von ca. 2,50 – 3,00 Metern, wurde tief zurückgeschnitten und wächst erneut 2,50 – 3,00 Meter. Der Zuwachs in den Frühjahrs- und Sommermonaten liegt hier bei ca. 8 – 12 cm pro Tag. Schon nach 3-4 Wochen hat sie Ihre Vorjahreslänge wieder erreicht!
Wie tief wurzeln Clematis?
TiefwurzlerFlachwurzlerAmmenveredlungen haben beide WurzelsystemeAmmenveredlung
Clematis unterscheiden sich in Tief- und Flachwurzler. Die Tiefwurzler können bis 1,50m ins Erdreich dringen. Sie haben dickfleischige, goldgelbe Wurzeln, die gleichzeitig als Speicherorgane dienen. Das sind Clematis Hybriden, Clematis viticella und Clematis texensis. Flachwurzler hingegen bringen es auf eine Tiefe von 20-30cm. In erster Linie sind das Clematis alpina, Clematis macropetala, Clematis koreana und Clematis orientalis. Sie haben sehr feinfaserige Wurzeln und vertragen keine Nässe!
Die Abbildungen 3 und 4. zeigen unsere Ammenveredelung von Clematis. Hier sind eindeutig zwei Wurzelsysteme an einer Pflanze zu sehen. Es gibt bemerkenswerte Vorteile bei dieser Vermehrungsart. Nur wenige Clematis Spezialisten beherrschen weltweit diese Vermehrungsart. Unsere Kunden profitieren deutlich von unserer Vermehrungsart, ohne es wirklich zu wissen. Warum? Durch die zwei unterschiedlichen Wurzelsysteme sind unsere Clematis in der Lage, sich selbst an unterschiedliche Bodenverhältnisse anzupassen. Weitere Vorteile sind: Wüchsigere Pflanzen durch den Einfluss von der gesunden Clematis vitalba als Veredelungsunterlage. Blühfähige Pflanzen in kürzerer Zeit. Widerstandsfähiger gegen Krankheiten. Eisenmangel Erscheinungen werden weitgehend ausgeschlossen.
Plural (Mehrzahl) der Clematis. Hier gilt auch Clematis als die richtige Bezeichnung.
In Stein gemeißelt
Wortschöpfungen wie: Clematen, Clematisse oder Clematiden sind falsch und eigentlich unerträglich!
Die Frage nach der richtigen Düngung von Clematis wird oft gestellt. Die heute gebräuchlichen Dünger sind so vielfältig wie nie zu vor! Welcher Dünger Verwendung findet, ist Ansichtssache. Was sind die wesentlichen Unterschiede zwischen Mineraldünger, Vorratsdünger, Langzeitdünger, Flüssigdünger, Nährsalze, Mischdünger organisch/mineralisch, organischer Dünger, vegane Dünger, Bio-Stimulanzen und Boden – Hilfsstoffe? Weiter lesen…
Vertragen Clematis den Klimawandel?
Brennschädenhier keine Wasserschäden hier keine RegenschädenNeu Phytomyza clematidis
Ein wichtiges Thema, das uns täglich begleitet und immer wieder aufmerksam macht, im Großen wie im Kleinen.
Clematis kommen sehr gut mit den jetzigen Extremen zurecht. Bei anhaltenden Niederschlägen steht ein Garten wie oben im Bild zu sehen ist, schon einmal mehrere Tage unter Wasser, dass ist kein Problem für Clematis. Ausnahme hiervon sind: Alpine Clematis, montana und orientalis, die alle samt ein feines Wurzelwerk haben.
Wenn Trockenperioden im Hochsommer vorherrschen und man kaum die Möglichkeit hat, die Wasserversorgung sicher zu stellen, dann stellen sich die Clematis auf einen „Sparkurs“ ein. Das äußert sich unterschiedlich bei den verschiedenen Clematis Arten. Bei vielen Arten wird zuerst das Wachstum eingestellt. Als Nächstes bleibt die Knospen- und Blüten Entwicklung zurück. Die Blüten erscheinen deutlich kleiner als allgemein sortentypisch. Zum Schluss werden die unteren Blätter gelb danach braun und fallen schließlich vorzeitig ab. Das setzt sich von unten nach oben rasch fort. Durch Nährstoffmangel wird dieser Prozess noch beschleunigt. Häufig liegt eine Fehleinschätzung vor, die auf evtl. Krankheiten hindeuten.
Anstelle von langen Trockenperioden können auch kurzfristige Hitzeschäden auftreten. (Foto oben links) Das ist besonders dann der Fall, wenn nach mehreren Wochen, ohne direkte Sonneneinstrahlung, plötzlich wieder Hitzewellen eintreten, die mit direkter Sonneneinstrahlung einhergehen. Da können sogar Clematis texensis geschädigt werden, die für sonnige Standorte bestens geeignet sind. Braune Blütenränder oder Blattnekrosen deuten auf eine derartige Schädigung hin. Mit dem Klimawandel kommen leider auch neue Schädlinge hinzu. (Foto oben rechts)
Alle kletternden Clematis benötigen eine Kletterhilfe. Das können sehr unterschiedliche Materialien sein. Künstliche Kletterhilfen wie Spaliere, Zäune oder Obelisken kommen zum Einsatz. Andere Pflanzen, Bäume oder Sträucher werden als natürliche Kletterhilfen gerne von Clematis angenommen. Sie halten sich von selbst mit Hilfe von Blattstielranken fest. Staudenclematis können sich nicht von selbst festhalten und benötigen eine „Umarmung“.
Sind Clematis invasiv?
C. vitalba über BäumeClematis vitalba über HeckenC. gouriana über Laube in Uetersen
Es gibt zahlreiche Clematis, die aus anderen Kontinenten eingeführt wurden und mit unserem Klima hier in Mitteleuropa gut zurechtkommen. Mir ist bisher keine Clematis-Art bekannt, die annährend als invasiv eingestuft werden kann. Unsere heimische Clematis vitalba könnte schon einmal lästig werden. Bei den orientalis, alpina, intergrifolia oder viticella können hier und da einzelne Sämlinge sichtbar werden. Von einer „Invasion“ kann hier aber keine Rede sein.
Wie kann ich bei unbelaubten Clematis erkennen, ob sie noch lebendig sind?
Schneiden Sie dazu einen Trieb durch und sehen sich den Querschnitt einmal genau an. Ist der Querschnitt grün, dann lebt die Clematis. Eine weitere Methode ist, die Rinde mit einem scharfen Messer zu entfernen. Dann sollte sich darunter auch Grün zeigen – d.h. lebendig! Ist in beiden Fällen braun zu sehen, dann ist der betreffende Trieb oder die ganze Pflanze nicht mehr lebendig. Erkennen lässt sich das Leben auch daran, ob ein Trieb beim Verbiegen brüchig oder elastisch ist. Elastisch heißt lebendig. Im Winter kann man zusätzlich an den Achselknospen (Nodien) ein Lebenszeichen erkennen, wenn diese gut sichtbar sind. Bei unseren Staudenclematis wird es schwieriger Leben zu erkennen. Alle oberirdischen Pflanzenteile sterben ab. Lebendige Triebknospen befinden sich 2-5 cm unter der Erdoberfläche bzw. unter dem Topfrand. Man könnte sie mit einem „Spargel“ in Miniaturform vergleichen.
Grundsätzliches zur Pflanzung von Clematis, damit Sie lange Freude daran haben. Clematis können ganzjährig gepflanzt werden, solange der Erdboden nicht völlig durchgefroren ist.
Die beste Pflanzzeit für Clematis im Garten ist August bis Oktober. Das hängt mit dem Jahresrhythmus, der Wurzelbildung und der Bodentemperatur unmittelbar zusammen.
Die Bodentemperatur spielt dabei eine entscheidende Rolle, ebenso wie eine entsprechende Bodenfeuchtigkeit, was sich von selbst versteht!
Nicht nur bei Clematis, auch bei vielen anderen Pflanzen gilt dieser Termin zur Pflanzung als optimal.
Im Gegensatz zu den Lufttemperaturen fallen die Bodentemperaturen im Herbst nur langsam ab. In tieferen Bodenschichten ist noch eine gewisse Wärmemenge aus den Sommermonaten „gespeichert“. Das nutzen wir für die Herbstpflanzung aus. In 20-30 cm Tiefe, (Spatenstich-Tiefe) haben die Bodentemperaturen noch über 10°. Bei solchen Bedingungen bilden die Pflanzen noch neue Wurzeln und Ihre Clematis wachsen in Kürze an.
Bei der Pflanzung sollte das Pflanzloch einen Spatenstich groß und tief sein. Das Angießen nach dem Pflanzen nicht vergessen! Nicht einschlämmen oder festtreten! Leicht andrücken genügt. Der Boden muss humusreich, locker und durchlässig sein! Gleichzeitig muss er Feuchtigkeit speichern können. Gibt Ihr Gartenboden das nicht her, sollte man Maßnahmen zur Bodenverbesserung ergreifen. Im Fachhandel gibt es zahlreiche Boden Verbesserer. Es stehen folgenden Produkte zur Verfügung: Verschiedene Gesteinsmehle, Kompost, Lavagesteine, Bims, Rindenprodukte, Holzfasern, Kokosfasern, Reisspelzen, Blähton und vieles mehr. Auch torffreie Substrate sind erhältlich und nehmen stark zu! In den zurückliegenden Jahren haben Pflanzerden und Substrate mit Mykorrhiza-Pilzen, Bacillus subtilis und Trichoderma harzianum ebenfalls stark zugenommen. Diese Substrate mit Microorganismen unterstützen die Wurzelbildung und verhindern eine Ausbreitung von Schadpilzen im Erdboden! Wir versorgen unsere Clematis schon seit einigen Jahren mit solchen Microorganismen.
Pflanztiefe
Clematis Hybriden, Clematis viticella, Clematis texensis und Clematis Staudenformen pflanzt man so tief, dass ein bis zwei Augenpaare mit in die Erde hineinkommen, was ungefähr ca. 5-7cm tiefer ist, als sie vorher im Topf kultiviert wurden. Clematis alpina, Clematis montana und Clematis orientalis werden etwas höher gepflanzt. Dies ist hilfreich, damit sie nicht stark unter Nässe leiden!
Den Wurzelballen……etwas tiefer pflanzenPflanztiefe
Der Pflanzabstand
Pflanzung an Wänden oder Zäunen. Der Abstand beträgt von Pflanze zu Pflanze ca. 1/3 der Wuchshöhe, das sind in vielen Fällen 0,80 – 1,20m. Der Abstand zur Wand spielt eine untergeordnete Rolle und kann ca.20-30cm betragen. Zu anderen Pflanzen, wie z.B. Kletterrosen, genügt ein Abstand von 30-40 cm. An Pergola Pfosten und Obelisken können Sie unmittelbar 2-3 Clematis zusammen pflanzen. Voraussetzung ist hier, Licht von allen Seiten.
Zuletzt wird die Pflanzstelle idealer Weise mit Rindenmulch abgedeckt. Wichtig ist, am besten steriles Mulch Material aus Pinien- oder Kiefernrinde verwenden, anstatt Mulch aus Laubholz oder Mischwald zu verwenden!!
Pinienrinde hält über viele Jahre und ist durch den Baumharz Anteil konserviert.
Pflanzung in Gefäße
Sie können Clematis auch ganzjährig in Kübel und Gefäße pflanzen. Die Pflanzerden und Substrate sollten ebenfalls den Kriterien entsprechen, wie sie auch bei der Freilandpflanzung verwendet werden soll. Eine grobe Struktur, sowie ein guter Wasserabzug sind wichtig. Die meisten Clematis können mehrere Jahre in einem und demselben Gefäß verbleiben. Je größer und tiefer das Gefäß ist, desto länger kann die Clematis darin bleiben. Als Minimum Volumen rechnet man 10 bis 12 Liter Erde pro Pflanze und Jahr. Am besten eignen sich die Zwergsorten mit möglichst langen Blütezeiten oder die Staudenclematis. Starkwachsende Sorten kommen weniger infrage. Das Gefäßvolumen sollte mindestens 20 Liter Erde umfassen. Je größer, desto besser. Je nach Sorteneigenschaft sollten Sie zudem eine Klettermöglichkeit für die Clematis verwenden.
Kasematte, Top Überwinterung
Überwinterung von Clematis in Gefäßen. Die meisten Clematis kommen ohne zusätzlichen Winterschutz aus, während einige andere Clematis-Sorten Winterschutz benötigen. Dies ist z.B. bei den florida- oder auch cirrhosa-Sorten der Fall. Häufig genügt es, das Gefäß mit den Clematis an einem frostgemilderten Ort aufzustellen oder auch den Topf mit einem Flies zu schützen, ehe es zu starkem Frost kommt. Zudem ist ein Bewässern über Winter kaum nötig. Oft ist nach längeren Frostperioden das Substrat trocken gefroren. Daher wird nach dessen Auftauen wieder ein wenig Wasser gegeben.