Wie schon bei den großblumigen Clematis beschrieben, gibt es erhebliche Unterschiede, was die Standortansprüche angeht. Das gilt ganz besonders für die verschiedenen Clematis-Gruppen, der botanischen Arten und deren Sorten.
Ich beginne hier mit der Gruppe der alpinen Clematis. Dazu gehören: Clematis alpina, Clematis macropetala, Clematis sibirica, Clematis fauriei, Clematis koreana und Clematis ochotensis.
All diese Clematis werden unter dem Begriff, atragene Clematis, zusammengefasst. Diese grundsätzliche Zusammenfassung erleichtert uns in vielerlei Hinsicht die Handhabung und Pflege.
Dies zeichnet die Gruppe der atragenen Clematis besonders aus:
Clematis alpina Pamela Jackman
Sie ist ausgesprochen winterhart und kann quasi niemals verfrieren. Temperaturen unter -25° sind kein Problem, auch Temperaturen darunter. Als Hochgebirgs-Clematis nur verständlich. Atragene Clematis sind vorwiegend auf der nördlichen Hemisphäre beheimatet, von Europa bis Ostasien.
Die Blütezeit beginnt in unseren Gärten schon sehr früh im April. Bei vielen Arten oder Sorten erscheint eine Nachblüte im Spätsommer. Einige blühen sogar den ganzen Sommer hindurch, besonders die Clematis koreana.
Diese Gruppe zeichnet sich für schattige und zugleich Trockene Standorte aus. Längere Trockenperioden sind kein Problem! Nässe hingegen vertragen sie nicht.
Fruchtschmuck
Eine ideale Verwendung bietet sich für Zäune an, denn die Atragenen Clematis wachsen gerne waagerecht.
Nach der Blütezeit werden Früchte gebildet, die einen besonderen Zierwert mit sich bringen.
Um Clematis optimal in Szene zu setzen sind hier einige Tipps aufgeführt, die ich meinen Kunden und Besuchern meiner Webseite, vorstellen möchte.
Die meisten Clematis sind Kletterpflanzen, das ist bekannt. Sie benötigen also eine Rankhilfe. Wie kann ich selbst zur Optimierung beitragen und Fehler bei der Gestaltung von vornherein vermeiden.
Blattstielranke
Clematis halten sich an allem fest, was mit ihren Blattstielranken erreichbar ist und somit als Rankhilfe dient. Diese Blattstielranken benötigen nur einige Stunden von der Berührung bis zur Umklammerung. Das Material der Rankhilfe sollte möglichst dünn sein. Ideal ist eine Stärke von 2 – 15 mm, sodass 1 – 2 Umwindungen möglich sind. Clematis sind auch in der Lage sich an stärkerem Material festzuhalten. Es besteht dann die Gefahr, dass sie regelrecht „abrutschen“ können. Natürliche Materialien aus Holz sind am besten geeignet, weil ein starkes Aufheizen bei direkter Sonneneinstrahlung vermieden wird. Metallische Gegenstände können in Südlagen leichte Verbrennungen an den Blattstielranken nach sich ziehen. Das fortschreitende Wachstum wird dennoch nicht beeinträchtigt.
Glatte Rankhilfen müssen den Clematis immer Querhölzer oder Querdrähte bieten, damit sie nicht herunterrutschen können. Maschendrahtzäune oder Doppelstabmatten-Zäune sind perfekte Kletterhilfen besonders dann, wenn sie beschichtet sind. Ideal ist z.B. auch eine Glieder- oder Ösen Kette. Die ist als Meterware für wenig Geld zu bekommen. Oben und unten befestigt und gespannt, fertig ist die Rankhilfe. Es gibt unzählige vorgefertigte Kletterhilfen in Gartencentern, da ist für jeden Geschmack sicher etwas dabei. Der Abstand zur Wand muss großzügig gewählt werden, mindestens 7 cm.
Aus eigener Produktion
Aus eigener Produktion fertigen wir Obelisken und Staudenhalter für Clematis an! Diese sind fest verschweißt aus 6 oder 8 mm Rundstahl. Unsere Obelisken sind modulare „Alleskönner“, wenn sie zu Arkaden, Laubengängen oder Portalen zusammengefügt werden. Verschiedene Höhen und Breiten sind möglich. Auch individuelle Maße sind möglich, ohne Aufpreis! Die Obelisken erhalten Sie vor Ort in unserer Gärtnerei. Wir können Ihnen auf Wunsch auch Obelisken zu unseren Gartenfestivals mitbringen. Sie können diese bei uns vorbestellen.
Hier einige Beispiele von unterschiedlichen Kletterhilfen.
Blattstielranke
Blattstielranke
Vorgefertigte Rankgitter
Weinrebe als Rankhilfe
Weideniglu
Rankspalier
Rankhilfe, wenig Wandabstand
Kiefer als Kletterhilfe
Draht an Ösen gespannt
Draht horizontal gespannt
Maschendrahtzaun
Zaunelement mit Wandabstand
optimaler Abstand zur Wand
Doppelstabmattenzaun
Vorgefertigte Rankhilfe
Kreative Rankhilfe
Ösenkette als Rankhilfe
Obelisken, eigene Fertigung
Portal aus Obelisken
Akaden aus Obelisken
Spielplatz Klettergerüst
Verzinkte Baustahlmatte
Pfahl mit Estrichmatte
Ranknetz aus Stricken
C. ‚Arabella‘ mit Staudenhalter
Stützen für Staudenclematis
Clematis Arabella
Ringförmige Staudenstütze
Helix Spirale
Helix Spirale
Kletterrosen u. Obelisken
Staudenhalter
Staudenhalter Funktion
Staudenhalter Pyramide
Weidenpyramide
rustikaler Obelisk
Sträucher als Kletterhilfe
C. int. Arabella ohne Kletterhilfe
C. jou. praecox bodendeckend
C. Sander bodendeckend
abgestorbener Holunder als Kletterhilfe
Staudenclematis verfügen nicht über Blattstielranken und können sich nicht von selbst festhalten! Sie benötigen am besten eine ringförmige Stütze, die der genetischen Wuchshöhe der Sorte entspricht. Das ist bei unseren Staudenclematis sehr unterschiedlich. Die niedrigen Sorten erreichen z.B. nur 30-40 cm Höhe. Die hohen Staudenclematis können sogar die 2 Meter Höhe überschreiten. Vergewissern Sie sich vorher, wie hoch die neue Staudenclematis wird, damit die „Stütze“ nicht zu niedrig gewählt wird. Ringförmige Stützen leisten sehr gut Dienste. Die Maschen dürfen nicht zu eng sein, schließlich darf die Staudenclematis nicht völlig eingesperrt werden! Sind Zierelemente oder Zierspitzen an Obelisken vorhanden, dann dürfen diese gerne etwas höher sein als die Endhöhe der Clematis. Das Zierelement wird später so nicht verdeckt. Andere Pflanzen können gute Dienste zum Halten und Stützen leisten. Ein Geäst von Gehölzen oder Rosen, bietet genügend Halt für Staudenclematis.
Alle Clematis wachsen grundsätzlich in Windrichtung, dass ist unbedingt bei einer Neuanpflanzung zu beachten und spart später viel Arbeit beim Aufbinden, entzerren oder Wuchsrichtung korrigieren! Dieses gilt für Staudenclematis und alle kletternden Clematis gleichermaßen! Pflanzt man auf die Luvseite (dem Wind zugekehrte Seite), dann erleichtert das künftig Einiges. Zudem erschwert ein luftiger Standort Pilzkrankheiten sich zu etablieren.
Clematis int. ‚Arabella‘
Steht weder eine Kletterhilfe noch ein geeignetes Gehölz zur Verfügung, bleibt nur bodendeckend zu wachsen. Das kann mit vielen Staudenclematis sehr reizvoll sein, wie hier am Beispiel mit Clematis integrifolia Arabella zu sehen ist. Geht man noch einen Schritt weiter, dann können Clematis auch flächendeckend genutzt werden. Starkwachsende Sorten wie C. jouiniana praecox oder C. jouiniana Sander können einige Quadratmeter bedecken. Das geht so weit, dass Wildkräuter kaum eine Chance haben. Böschungen oder Erdwälle können sogar befestigt werden, denn dort wo die Triebe auf dem Erdboden aufliegen, werden Wurzeln gebildet.(siehe auch Vermehrung Bodenabsenker)