Eine besonders interessante und vielfältige Clematis Gruppe.
Fällt der Begriff, Staudenclematis oder Clematis als Staude schaut man zuerst in fragende Gesichter. Wieso ist Clematis eine Staude? Man kennt sie vornehmlich als Schling- oder Kletterpflanze. Das ist für die meisten Clematis auch richtig, mit Ausnahme der Staudenclematis.
Was sind Staudenclematis
Hier einmal kurz zu Erinnerung in drei Sätzen: Stauden (Gartenstauden) sind winterharte, mehrjährige Pflanzen, die nicht oder nur wenig im unteren Pflanzenteil verholzen. Jeden Herbst sterben alle oberirdischen Pflanzenteile ab und das neue Wachstum im Frühjahr beginnt aus den vorhandenen Wurzeln, Wurzelstöcken, Knollen, Rhizomen oder den bodennahen Pflanzenteilen. Staudenclematis verhalten sich genauso und gehören nur bedingt zu den Schling- und Kletterpflanzen im wahrsten Sinne des Wortes.
Sie können nicht von selbst klettern, weil sie keine Blattstielranken haben, wie ihre kletternden, verholzenden Verwandten. Umso mehr sind diese Clematis auf besonderen Halt angewiesen. Im Bereich der Staudenclematis gibt es riesige Unterschiede in Wachstum, Aussehen, Blütenform, Belaubung und Wuchshöhe. Die niedrigsten Arten sind gerade mal ausgewachsen 30 cm hoch, andere hingegen können über zwei Meter hoch werden und übertreffen damit sogar manche kletternden Sorten!
Unter den Staudenclematis finden sich eine große Anzahl von duftenden Clematis! Diese Vielfalt ermöglicht Bereiche zu erschließen, die bisher wenig berührt wurden. Als Beispiel in Partnerschaften zu Rosen, Gehölzen oder Rhododendren. Gleichgültig ob große, alte Rhodos oder Zwergformen zum „Tragen kommen“. Das kann man auch wörtlich nehmen! Die meisten Staudenclematis sind leicht und wuchern nicht ins unermessliche. Einen großen Bereich aus den Staudenclematis kann man als Bodendecker verwenden. Sorten die ca. 40-80 cm hoch (bzw. lang) werden, können so gut eingesetzt werden.
In dieser Gruppe dominieren die Clematis integrifolia, mit den meisten Sorten. Hier treffen wir eine große Fülle an unterschiedlichen Blütenfarben und Blütenformen an.







Die entscheidenden Merkmale sind, dass sie nicht krank werden, sehr lange blühen und überaus winterhart sind! Viele von ihnen duften leicht und ziehen Insekten magisch an.
Nach der Blütezeit erscheint ein ansehnlicher Fruchtschmuck.
Eine Platzierung im Halbschatten oder an einem sonnigen Standort wäre optimal.
Eine gute Eignung für Gefäße sollte nicht unerwähnt bleiben. Eine ungeschützte Überwinterung im Freien ist bei Clematis integrifolia gut möglich.

Besonders interessant sind Clematis mandshurica (1,8 – 2,20m hoch) und Clematis mandshurica nana (1,2 -1,80 m hoch). Beide sind insektenfreundlich, haben weiße, duftende sternförmige Blüten, die in Massen erscheinen. Es werden wahre weiße Wolken gebildet. Das entgeht auch den Insekten nicht! Nach der Blütezeit werden Samen ausgebildet, die anthrazit bis schwarz ausreifen.
Eine weitere, kleinere Gruppe bilden die heracleifolia und tubulosa. Hier ist markant, dass alle duften, einige sehr stark. Deren Blütendolden ähneln Hyazinthen. Die Standorte können sehr unterschiedlich gewählt werden, denn sie erfreuen uns an sonnigen Plätzen genauso wie im Schatten oder Halbschatten. Die lange Blütezeit macht sie in unseren Gärten beinahe unentbehrlich!
Zahlreiche Staudenclematis, die nicht zu den integrifolia gehören, sind filigran, stark duftend, Stern förmig oder Krug förmig.
Eine Besonderheit in dieser Gruppe sind die Clematis jouiniana. Sie gelten als Spreizklimmer und werden als Halbsträucher bezeichnet. Die unteren 20 -30 cm dieser Clematis verholzen und sie ziehen nur bis hierher ein. Verschwinden folglich nicht ganz von der Bildfläche. Sie wachsen stark und können mehr als einen Quadratmeter erreichen, wenn man sie als Bodendecker verwendet. Geht man noch einen Schritt weiter, könnte man sie sogar zur Böschungsbefestigung einsetzen. Auch diese Clematis sind insektenfreundlich.
