Die Clematis Familien

Clematis sind zum leichteren Verständnis in Familien eingeteilt. Das erleichtert die Platzierung und die spätere Pflege in Ihrem Garten. Aus der Familien Zuordnung wird deutlich, dass es viele Gemeinsamkeiten gibt, aber auch einige Unterschiede. Durch die Farbmarkierung ist eine einfache Zuordnung möglich. Bereits in unseren Katalogen haben sich diese Farbmarkierungen bestens bewährt.

Wir unterscheiden vier Grundsätze bei der Familie der Hybriden

  1. Einmal blühende Sommerblüher.
  2. Zweimal blühende ungefüllte.
  3. Zweimal blühende mit gefüllten und ungefüllten Blüten.
  4. Zweimal blühende mit ständig gefüllte Blüten

Clematis Hybriden

Untenstehend die Clematis Hybriden, die auch als großblütige Clematis bezeichnet werden. Sie lieben ein humusreiches Substrat und fühlen sich im Halbschatten sehr wohl. Die einmal blühenden Hybriden (Sommerblüher) vertragen sehr gut auch sonnige Plätze.

Sie wachsen etwas stärker als die zweimal blühenden. Die Knospen und anschließend die Blüten entwickeln sich endständig an den einjährigen Trieben. Die Pflanzen werden durchschnittlich 2,5 -3,5m hoch, z. Teil noch höher oder richtiger gesagt, noch länger. (z.B. an einem Zaun entlang der nur 1,00 – 1,50 m hoch ist). Diese Höhe/Länge wird jährlich aufs Neue erreicht!! Rückschnittgruppe 3 muss angewendet werden. Die Blüten erscheinen ab Mitte Juni. Die Sorten, die etwas niedriger sind, blühen etwas früher. Das kann in einem warmen Frühjahr schon Ende Mai sein. Das allgemein starke Wachstum benötigt auch eine gute Wasser- und Nährstoffversorgung. Handelsübliche Dünger sind empfehlenswert.

Die zweimal blühenden Hybriden sind als gut Schatten verträglich einzustufen. Besonders helle bzw. weiße Sorten sind ideale Partner für schattige Plätze. Alle zweimal blühenden Hybriden wachsen nicht so stark wie ihre Vettern, die einmal blühenden. Viele Sorten werden kaum 2 m hoch; sind somit auch die idealen Clematis für Kübel und Gefäße. Zweimal blühend heißt: Die Frühjahrsblüte erscheint schon Anfang bis Mitte Mai und die zweite Blüte setzt dann nach 6 Wochen erneut ein. Rückschnittgruppe 2 ist anzuwenden.

Clematis alpina und ihre Verwandten (= atragene)

Clematis alpina, macropetala und ihre Artverwandten bezeichnet man zusammenfassend als „atragene“.
Sie blühen vornehmlich im zeitigen Frühjahr April / Mai und blühen dann erneut im Sommer bzw. Spätsommer mit einer Nachblüte. Die Früchte sind sehr dekorativ und stellen einen zusätzlichen Zierwert dar.
Ihren Ursprung haben diese Clematis nicht nur in der Alpenregion, sondern auch in Nord und Osteuropa, Japan, China, der Mongolei und sogar in Nordamerika. Sie zeichnen sich durch eine außerordentliche Robustheit und Winterhärte aus. Sie sind nahezu unverwüstlich, es sei denn man gießt gerne und viel.

Clematis dieser Familie können (beinahe) nicht vertrocknen. An einem schattigen Platz im Garten sind sie am besten aufgehoben.
Die Wuchshöhe liegt in der Regel zwischen 2 bis 3m, selten bis zu 4m. Die atragenen Clematis wachsen in den ersten zwei Jahren sehr schnell, kommen dann in die Blühphase und haben danach nur noch wenig Längenzuwachs. Der waagerechte Wuchs über Zäune und Hecken wird bevorzugt.

Clematis atragene gehören alle der Rückschnittgruppe 1 an und werden im Herbst oder zeitigen Frühjahr nicht zurückgeschnitten! Rückschnitt erst Ende Mai oder Anfang Juni durchführen. Um Staunässe zu vermeiden, kann etwas erhöht gepflanztwerden.

Clematis montana und chrysocoma

Clematis montana wachsen unermüdlich und erreichen dabei Höhen von 10 bis 20 Meter und mehr. Pro Jahr kann der Zuwachs bis fünf Meter betragen. Alle Clematis montana blühen im Mai oder Juni. Diese Clematis lassen sich gut in oder an Bäume pflanzen. Die werden in wenigen Jahren „erobert“. Die Blütenfülle ist überwältigend, dauert aber leider nicht übermäßig lange, denn nach 4 Wochen ist dieses „Feuerwerk“ vorbei. Die Kenner unter Ihnen wissen das natürlich und ergänzen solche Pflanzung mit weiteren Sorten, die im Sommer oder Herbst blühen. Die Farbauswahl ist mit Weiß bis zu verschiedenen Rosatönen relativ eingeschränkt, aber einige Vertreter dieser Gruppe überraschen uns mit einem angenehmen Blütenduft, andere mit gefüllten Blüten oder dunkler Belaubung. Eine Pergola oder einen Zaun zu begrünen geht quasi im Handumdrehen. Clematis dieser Familie gehören in die Rückschnittgruppe 1.

Clematis Stauden vorwiegend integrifolia

Staudenclematis, was sind das? Und wie unterscheiden die sich von ihren verholzenden Artgenossen. Was eine Staude ist, muss nicht näher erklärt werden, glaube ich zumindest! Staudenclematis „ziehen im Winter ein“: d.h. alle oberirdischen Pflanzenteile sterben zu Winter bis an den Erdboden ab und treiben jedes Jahr im Frühjahr erneut aus. Staudenclematis klettern nicht und können sich nicht wie ihre Artgenossen festhalten.

Als Gartenbesitzer muss dem Rechnung getragen werden und Sie sollten entsprechende Vorkehrungen treffen. Staudenhalter oder Begleitpflanzen leisten hier gute Dienste. Durchschnittlich erreichen sie eine Wuchshöhe von ca. 1m, die Triebe liegen entweder auf dem Erdboden auf oder man hilft ihnen mit ringartigen Kletterhilfen. Sie eignen sich für alle Standorte, haben viele Blütenund Blattformen. Staudenclematis sind von unterschiedlicher Größe und sind sehr gesund. Sie sind winterhart und wetterfest, einige haben dekorativen Fruchtschmuck. Clematis heracleifolia bildet sehr kräftige Stängel und kommt ohne Stützhilfe aus. Staudenclematis sind sehr gut als Rosenbegleiter geeignet! Die Hauptblütezeit erstreckt sich von Juni bis September, farblich steht uns bei den Staudenclematis von Weiß über Rosa bis Blau und Violett eine große Auswahl zur Verfügung. Viele Vertreter dieser Gruppe duften. Rückschnittgruppe 3 anwenden.

 

Clematis viticella

Verwendung: Es gibt Clematis die muß man haben! Die Familie der viticella gehört mit Sicherheit dazu. Sie ist zweifelsfrei eine der wertvollsten Clematis für unsere Gärten. Mit ausgesprochen langer Blütezeit von Juni bis September. Die unübertroffene Blütenfülle ist ein weiterer Vorteil. Clematis viticella und campaniflora sind außerdem sehr winterhart und eignen sich für nahezu sämtliche Standorte!Man sagt den viticella nach, dass sie einen sonnigen Standort benötigen. Das ist im Großen und Ganzen auch nicht falsch, aber, sie vertragen sogar Dauerschatten! Viele Gartenbesitzer wissen das offensichtlich noch nicht. Im Schatten ist die Blütezeit deutlich länger! Wir führen über 50 verschiedene Viticella´s. DieBlüten sind unterschiedlich groß; von 3 bis 12cm Durchmesser. Die Farbpalette ist sehr groß. Sie eignen sich hervorragend als Kletterrosenbegleiter! An Fassaden oder Holzwänden kommen sie besonders gut zur Geltung. Krankheiten, vor allem die gefürchtete Clematiswelke, kommen an diesen Sorten äußerst selten vor. Rückschnittgruppe 3 sollte angewendet werden.

 

Clematis texensis und viorna

Diese Clematisarten sind ausgesprochene Sonnenkinder. Sie lieben Wärme und geschützte Plätze. Eine lange Blütezeit ist bei dieser Gruppe allgegenwärtig und geht von Juni-September/Oktober. Die Blütengrößen erreichen 2,5-8cm ø. Viele Blütenblätter sind dickfleischig und die Blütenform ist teils glockenförmig, teils aber auch tulpen- oder krugförmig.

In aller Regel frieren Clematis texensis bis an den Erdboden zurück, was auf einen Staudencharakter hindeutet. Es sind dennoch verholzende Kletterpflanzen. Die reinen botanischen Arten, wie versicolor, texensis oder viorna, bleiben niedrig und werden kaum 2 Meter hoch. Die texensis Sorten, wie Princess Diana oder Duchess of Albany, werden 2,5 – 3 Meter hoch. Neben der extrem langen Blütezeit erscheinen anschließend eindrucksvolle Samenstände, die silbrig- oder goldglänzend wirken.
Rückschnittgruppe 3 ist hier ebenfalls anzuwenden.

Clematis orientalis und tangutica

Alle Mitglieder dieser Gruppe vereinigen die gelbe, glockenförmige oder gar kugelige Blüte. Einzige Ausnahme, Clematis tangutica ’Anita’: Blüte weiß und sternförmig. Neben einer guten Fernwirkung haben diese Clematis sehr lange Blütezeiten. Die Blütezeit erstreckt sich von Juni/Juli bis Oktober/November. Die attraktiven Samenstände (silbergrau), bleiben bis in den Winter hinein an der Pflanze erhalten. Diese Früchte lassen sich gut trocknen und in der Adventsbinderei verwenden. Alle orientalis und tangutica sind überaus Blütenreich und frei von jeglichen Krankheiten. Ferner zeichnen sie sich durch eine extreme Winterhärte aus. Krankheiten kommen praktisch überhaupt nicht vor. Rückschnittgruppe 3 anwenden.

 

Clematis vitalba

Diese Familie ist nicht so umfangreich wie andere. Alle sind weiß oder creme-weiß in ihrer Farbe. Gemeinsam zeichnen sich diese Wildclematis durch sehr starkes Wachstum aus. Viele von ihnen werden deutlich über 10 Meter hoch. Ideal zum verwildern in großen Anlagen.
Eine Clematis in dieser Familie ist der wahre „Alleskönner“! Clematis `Paul Farges´. Diese Kreuzung aus der ostasiatischen potaninii mit unseren heimischen Clematis vitalba hat diese Sorte hervorgebracht. 1964 ist sie in einem botanischen Garten auf der Krim entstanden. Sie blüht unermüdlich von Juni bis September/Oktober, ist kerngesund und wächst 3-4 Meter in einem Jahr. Sie verträgt alle Standorte und ist mit keiner anderen Clematis zu toppen!
Clematis vitalba gehören der Rückschnittgruppe 3 an. Die Tatsache, dass diese Clematis übermächtig werden können, schränkt oft einen Rückschnitt ein. Der kann hier auch unterlassen werden.

 

Sondergruppe

 

Diese Sondergruppe umfasst viele besondere Clematis, die nicht einer der vorgenannten Familien zugeordnet werden. Diese sehr unterschiedlichen Clematis haben alle ihren besonderen Reiz. Entweder sie duften sehr stark oder haben ein besonderes Aussehen. Einige von ihnen haben einen hohen Zierwert, andere sind eher von Bedeutung für den Sammler. Die Winterhärte ist sehr unterschiedlich, die meisten von ihnen überstehen unsere Winter ohne Probleme und gehören in die Rückschnittgruppe 3.

Immergrüne Clematis

Sämtliche immergrüne Clematis kommen aus Neuseeland, Australien, China oder Südeuropa und sind dementsprechend in Deutschland nur im gemäßigten Weinbauklima ausreichend winterhart. Man sollte ihnen auf jeden Fall zusätzlichen Winterschutz bereithalten. Denkbar wäre auch eine Überwinterung in einer hellen Garage oder im Wintergarten. Ein sehr gut geschützter Platz draußen ist auch möglich. Alle immergrünen Clematis blühen in den Frühjahrmonaten und gehören der Rückschnittgruppe 1 an.

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